"ÖschbergDialoge"

Hotelier-Zusammenschluss gründet Denkfabrik

Branchenvertreter aus der Hotellerie haben zusammen mit Politikern einen Runden Tisch etabliert, um Erfahrungen auszutauschen und Kernforderungen für das Gastgewerbe zu stellen.

Donnerstag, 01.10.2020, 10:26 Uhr, Autor: Thomas Hack
Fair Job Hotels

Vertreter des Gastgewerbes und Politiker haben einen Runden Tisch etabliert, der sich regelmäßig mit der aktuellen Situation der Branche auseinandersetzt. (© fair Jjob hotels)

Eine Gruppe namhafter Hoteliers hat einen Runden Tisch für Vertreter verschiedenster Branchen etabliert. Als Ende Juni der Geschäftsführer des Hotels Öschberghof zu einem ersten solchen Treffen mit Vertretern des Gastgewerbes sowie der Politik aufgerufen hat, sind rund 20 namhafte Hoteliers, Politiker und Verbandsvertreter dieser Einladung gefolgt. Dabei ging es nicht nur um einen Erfahrungsaustausch, sondern vor allem um die fehlende Wertschätzung und Sichtbarkeit der Hotellerie in Politik und Gesellschaft, die Repräsentation der Branche durch die Verbände und um die Folgen der Corona-Krise. Diesen ersten Sondierungsgesprächen folgte nun ein zweites Treffen, bei dem die insgesamt 25 Teilnehmer nicht nur ihren Austausch fortsetzten, sondern eine Reihe von Kernforderungen festlegten, die der Hotellerie und Gastronomie eine tragfähige Zukunftsperspektive eröffnen sollen.

Dabei geht es nach erstem Einvernehmen um drei Schwerpunktthemen:

  • Auslegung und Anwendung des § 313 BGB
  • Dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf 7% für Speisen und Getränke
  • Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes

Zusammenarbeit mit Dehoga, IHA und HDV

Um im politischen Berlin das notwendige Verständnis für die Forderungen zu erlangen und somit Erfolge in der Durchsetzung, wurde beschlossen, nicht nur eng mit den Spitzenverbänden DEHOGA, der IHA und dem HDV zusammenzuarbeiten; Bundesländer übergreifend werden entsprechende Abgeordnete im regelmäßigen Austausch mit den Hoteliers über die aktuelle Lage informiert und sensibilisiert, um Verständnis für die prekäre Situation der Branche zu entwickeln. Seitens der Politik wurde betont, dass die Nutzung der föderalen Struktur die meiste Aussicht auf Erfolg biete und die Interessen der Branche auf diesem Weg am wirkungsvollsten vertreten würden.

„ÖschbergDialoge“ werden dauerhafte Institution

Wie ernst die Lage in der Hotellerie und Gastronomie ist, zeigen die ersten Schließungen zwei namhafter privatgeführter Hotels, die während des Austauschs bekannt wurden. Und der erwartete Strukturwandel in der deutschen Hotellandschaft ist den Tagungsteilnehmern zufolge in vollem Gang – für die Teilnehmer dieser sogenannten „ÖschbergDialoge“ ein Grund mehr, sich gemeinsam mit viel Engagement für die Branche einzusetzen und ihre Vielfalt zu erhalten. Die Etablierung einer dauerhaften Institution: Die ÖschbergDialoge finden im Mai 2021 ihre Fortsetzung.

 

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