Entwicklungsfond

EU fördert Puff in Tschechien mit 40.000 Euro

Frau in Dessous mit 100 Euro Scheinen in der Hand
In Tschechien förderte die Europäische Union fälschlicherweise ein Freudenhaus mit Fördergeldern. (© andriano_cz / fotolia)
Skandal um Fördergelder der Europäischen Union: Wie das Nachrichtenmagazin „exakt“ recherchiert hat, sponserte die EU ein als „Partynightclub“ getarntes Freudenhaus in der tschechischen Gemeinde Pomezi mit mehreren Zehntausend Euro.
Mittwoch, 05.04.2017, 11:49 Uhr, Autor: Felix Lauther

Dicker Bock aus Brüssel. Nach Rechercheergebnissen des MDR-Nachrichtenmagazins „exakt“ hat die Europäische Union einer Betreiberfirma aus Tschechien rund 40.000 Euro Fördergelder für ein Bordell überwiesen. Das Unternehmen beantragte diese Summe aus dem EU-Entwicklungsfonds offiziell für die Sanierung eines alten Bauerngehöfts in der Gemeinde Pomezi, aus dem sie einen „Partynightclub“ machen wollte. Dumm nur, dass hinter dieser „Betreiberfirma“ inoffiziell eine tschechischer Puff-Besitzer steckt. Nach Bekanntwerden des versickerten Geldes, hat die EU den Antragssteller aufgefordert, die Fördergelder schleunigst wieder zurückzuzahlen. Man prüfe zudem, ob ein Subventionsbetrug vorliege, wie der MDR weiter berichtet. Auch die Anti-Korruptionseinheit „OLAF“ bringt das deutsche Nachrichtenmagazin ins Spiel.

Warum schöpfte die EU keinen Verdacht? Das Vergabesystem der Fördergelder ist in jedem EU-Mitgliedsstaat unterschiedlich. In Tschechien z. B. erfolgt eine Überprüfung zum Einsatz der Fördergelder erst im Nachhinein. Kritiker dieser individuellen Vergabepraxis fordern, dass eine Prüfung des Fördergegenstandes immer im Vorfeld der Überweisung erfolgen muss. (MDR / krone.at / FL)

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