Studie

Elite-Uni bestätigt: Mindestlohn schadet der Gastro!

Wie schädlich sind Mindestlöhne tatsächlich? Mit Hilfe des Bewertungsportals Yelp haben sich Forscher nun mit einer neuen Herangehensweise dieser Frage angenommen.

Freitag, 21.04.2017, 09:42 Uhr, Autor: Markus Jergler
Rettungsring wird ertrinkender Person zugeworfen

Eine aktuelle Studie der Harvard-Universität kommt zu dem Ergebnis, dass der Mindestlohn der Gastronomie schaden kann. (Foto: © alphaspirit / fotolia)

15 Dollar anstatt bislang 10. Diese Mindestlohnerhöhung bis zum Jahr 2022 wurde vor kurzem in Kalifornien beschlossen. Dort verdienen laut Medienberichten rund zwei Fünftel der Beschäftigten derzeit weniger als 15 Dollar pro Stunde. Der Mindestlohn ist dort, wie auch bei uns in Deutschland, seit einigen Jahren ein wichtiges Thema – besonders in der Gastronomie. Hierzulande entstehen immer wieder neue Diskussionen und Aufregungen, wenn es darum geht zu entscheiden, ob der Mindestlohn der Branche hilft oder ihr eventuell sogar schadet. Zu genau diesem Thema hat nun die Elite-Universität Harvard eine neue Studie durchgeführt.

Das Ergebnis dieser Studie: Höhere Mindestlöhne führen zu mehr Restaurantschließungen. Eine bekannte Finanz-Website („Zero Hedge“) spricht von der „Schock-Studie aus Harvard“, so das Handelsblatt. Dara Lee Luca vom Institut Mathematica Policy Research und ihr Ehemann Michael Luca, der an der Harvard Business School unterrichtet, sind die Initiatoren der Studie, welche in Zusammenarbeit mit der Bewertungsplattform Yelp durchgeführt wurde.

Die 6 höchsten Mindestlöhne in der EU

Ranking Mindestlohn Gastronomie
(Grafik: © Handelsblatt – http://www.handelsblatt.com/politik/international/harvard-studie-zu-restaurants-wie-schaedlich-sind-mindestloehne/19690728.html)

Das Ehepaar Luca hat für die Studie einen neuen Untersuchungsansatz gewählt. Es beobachtete auf Yelp die Bewertungen sowie die Zugänge und Abgänge der Lokale im Großraum San Francisco. Mehrere Städte haben dort unterschiedlich hohe Mindestlöhne eingeführt. Auf Grundlage dieser Zahlen wurde analysiert, ob ein höherer Mindestlohn Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit hat, dass ein Restaurant schließt.

„Die Daten deuten darauf hin, dass höhere Mindestlöhne die Marktaustrittsrate von Restaurants erhöht“, zitiert das Handelsblatt die Studie. Lokale, die bereits schlechte Bewertungen haben, seien von einer Mindestlohnerhöhung besonders bedroht. Mittlere Bewertungen brachten im Schnitt eine 14 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, dass das jeweilige Restaurant schließen muss, wenn der Mindestlohn um einen Dollar pro Stunde erhöht wird. Bei durchgehend guten Bewertungen sei kein Einfluss festzustellen. (Handelsblatt/MJ)

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