Lockdown Lockerungen

„Die Gefahr lauert drinnen, nicht draußen“

Thüringen und Niedersachen planen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 die gastronomischen Außenbereiche unter Auflagen zu öffnen. Die neuen Regeln könnten bereits im Mai greifen.

Freitag, 30.04.2021, 08:58 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Gruppe von Menschen stößt mit Cocktail an

Öffnung der Außengastronomie? Thüringen und Niedersachen wollen das bei einer Inzidenz unter 100 ermöglichen. (Foto: © iStockphoto)

Das Wirtschaftsministerium in Niedersachsen macht Druck bei der Öffnung der Außengastronomie. „Die Gefahr einer Corona-Infektion lauert vor allem drinnen, nicht draußen. Es sollte bei einem regionalen Inzidenzwert unter 100 also möglich sein, die Außengastronomie mit der kommenden Corona-Verordnung noch im Mai zu öffnen“, erklärte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Gleichzeitig müsse eine Öffnung an bestimmte Auflagen wie ein Hygienekonzept, digitale Kontaktnachverfolgung, Tischreservierung und eine festgelegte Sperrstunde geknüpft werden, fügte der CDU-Politiker und stellvertretende Ministerpräsident hinzu.

Genaues Öffnungsdatum steht nicht fest

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen gilt noch bis zum 9. Mai. Mit seiner Forderung strebt Althusmann also eine Öffnung der Außengastronomie ab dem 10. Mai an. Regierungssprecherin Anke Pörksen hatte sich in dieser Frage jedoch nur zurückhaltend geäußert. Die Sprecherin von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte lediglich, dass es innerhalb der Landesregierung Überlegungen gebe, bei Angeboten unter freiem Himmel mehr möglich zu machen, wollte sich aber mit Blick auf den Zeitpunkt einer möglichen Umsetzung weder auf ein konkretes Datum noch auf einen Monat festlegen.

Dehoga Niedersachen unterstützt den Vorstoß

Das Vorpreschen Althusmanns nennt Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Niedersachsen, ein „in dieser Phase absolut notwendiges Zeichen“. Das Gastgewerbe werde „jeden sinnvollen Weg mitgehen, um diese Öffnung zu erreichen“, kündigte Balke an. Positive Beispiele im Saarland, in Schleswig-Holstein, in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz zeigten, dass die Teilöffnung erfolgreich und „in dieser schwierigen Zeit“ genau das sei, wonach auch die Bevölkerung jetzt verlange. „Wir haben die Konzepte, um das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Dies haben wir in der Sommerphase 2020 ab Mai unter Beweis gestellt. Wir würden es auch bei einer jetzigen Öffnung wieder beweisen“, sicherte der Dehoga-Hauptgeschäftsführer zu und verwies darauf, dass jedes vierte Restaurant und Hotel in Niedersachsen aktuell kurz vor der Geschäftsaufgabe stehe. Landesweit gibt es nach Verbandsangaben rund 20.000 Gastronomiebetriebe.

Lockerungen für das Gastgewerbe auch in Thüringen

Auch in Thüringer Landkreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollen Plänen der Landesregierung zufolge bald Campingplätze, Ferienhäuser und Außengastronomie wieder öffnen dürfen. Die Regelungen können sich noch ändern, weil auch Parlamentsausschüsse den Entwurf noch beraten und anschließend Empfehlungen abgeben werden.

Ein Paragraf im Entwurf der Verordnung soll es Landkreisen und kreisfreien Städten zudem ermöglichen, weitere Öffnungsschritte zu beantragen. Diese müssen dann aber dem Thüringer Stufenplan entsprechen und vom Gesundheitsministerium genehmigt werden. Der Stufenplan sieht zum Beispiel noch deutlich mehr Lockerungen in der Gastronomie bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern vor.

(dpa/NZ)

 

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