Umweltschutz

Die EU startet Kampf gegen Plastik

Ein riesenhafter Berg Plastikmüll
Die EU-Kommission will Plastikmüll verbieten. (Foto: nmann77/fotolia)
Dass Plastik für die Umwelt extrem schädlich ist, wissen wir zwar schon lang, ein EU-weites Verbot soll allerdings erst jetzt eingeführt werden. Am Montag bestätigte die EU-Kommission ihre bereits inoffiziell bekannten Pläne.
Dienstag, 29.05.2018, 08:30 Uhr, Autor: Markus Jergler

Einweggeschirr, Strohhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter aus Plastik sollen in der Europäischen Union verboten werden. Auch andere Wegwerfartikel aus dem schädlichen Plastik sollen zurückgedrängt und die Hersteller für die Umweltschäden zur Kasse gebeten werden. Die Kommission begründet den Vorstoß hauptsächlich mit dem Schutz der Ozeane. Mehr als 80 Prozent des Mülls in den Meeren sei Plastik. Die vorgeschlagene EU-Richtlinie nimmt zehn Wegwerf-Produkte sowie ausrangierte Fischernetze besonders ins Visier, die nach Angaben der EU-Kommission zusammen 70 Prozent des Mülls an Stränden ausmachen.

Was soll das Verbot bringen?
„Plastikmüll ist ohne Zweifel ein großes Thema, und die Europäer müssen dieses Problem zusammen angehen“, erklärte Vizepräsident Frans Timmermans. Einmalplastik im Angebot der Supermärkte werde durch die Vorschläge deutlich verringert. Die künftig verbotenen Produkte würden durch sauberere Alternativen ersetzt.

Die Kommission verspricht sich große Umweltvorteile von ihren Plänen. So sollen die Maßnahmen den Ausstoß von Kohlendioxid um 3,4 Millionen Tonnen verringern. Bis 2030 könnten Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden, erklärte die Brüsseler Behörde. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

Die von der Kommission vorgelegte Richtlinie ist zunächst nur ein Vorschlag. Dieser muss nun mit den EU-Staaten und dem EU-Parlament verhandelt werden. Die Verabschiedung und Umsetzung dürften Jahre dauern. (dpa/MJ)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Timann Heuser
Außengastronomie
Außengastronomie

BUND schlägt lange Unterhosen statt Heizpilze vor

In der Hauptstadt wird erneut Öl ins Feuer gegossen: Jetzt spricht sich BUND Berlin gegen Heizpilze in der Außengastronomie aus und empfiehlt den Gästen stattdessen Thermo-Unterhosen und Schuheinlagen.
Kaffee to go
Umweltschutz
Umweltschutz

Bundesregierung verhängt Verbot von Plastik-Geschirr

Die EU-Richtlinie zum Plastikverbot wird nun auch vom deutschen Kabinett umgesetzt: Ab Sommer 2021 gehören auch in der Bundesrepublik Plastikbesteck und Styroporbecher der Vergangenheit an.
Eine Plastikflasche im Meer
Müllvermeidung
Müllvermeidung

Hessen fordert verschärfte Pfandpflicht für Getränke

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz will durch eine Pfandpflicht auf alle Dosen und Flaschen den Verpackungsmüll reduzieren. 
Ein Geschäftsmann vor einem grünen Flugzeug
Umweltschutz
Umweltschutz

Grüne wollen Inlandsflüge streichen

Wenn es nach den Plänen der Grünen geht, wird es bis zum Jahre 2035 keine Inlandsflüge mehr geben. Die Partei möchte im Gegenzug das Angebot der Bahn ausbauen, deren Kosten senken und die Angebote günstiger machen. 
Ein Gericht in einer Plastikverpackung mit Plastikgabeln
Systemgastronomie bald unter Druck?
Systemgastronomie bald unter Druck?

EU will Plastikbesteck und Strohhalme verbieten

Die EU-Kommission hat offensichtlich den Plan ins Auge gefasst, Einweggeschirr aus Gastronomiebetrieben zu verbannen. Doch auch Wattestäbchen, Zigarettenfilter und Luftballons sind in Gefahr. 
Dr. Marcel Klinge
DZG-Bewertung
DZG-Bewertung

Reformpaket: „Jetzt kommt es auf die Umsetzung an!“

Die Koalition hat ihr Reformpaket vorgestellt – doch reicht das für die Gastwelt? Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) sieht darin ein wichtiges Signal politischer Handlungsfähigkeit. Zugleich bleiben aus ihrer Sicht zentrale Fragen für das Gastgewerbe offen.
Kellnerin steht lächelnd bei Gästen
Einschätzung
Einschätzung

Dehoga-Landesverbände: „Der Minijob bleibt erhalten!“

Nach den Beschlüssen des Koalitionsausschusses sehen mehrere Dehoga-Landesverbände den Fortbestand der Minijobs gesichert. Für das Gastgewerbe sei das ein wichtiges Signal – auch wenn die Pauschalsteuer steigen soll.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas (SPD), Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil (SPD)
Politik
Politik

Reformpaket der Koalition: Was auf das Gastgewerbe zukommt

Minijobs, Arbeitszeit und Bürokratie: Das neue Reformpaket der Koalition soll Deutschland aus der Krise führen. Für das Gastgewerbe bringt es mögliche Entlastungen – aber auch Unsicherheiten.
Torben Niemann (HKI), Carsten Bick (DZG), Lucas Krusius (VDFU), Dr. Marcel Klinge (DZG), Jürgen Gevers (VDFU), Homeira Amiri (DZG), Oliver Peters (DJH), Michael Buller (VIR), Frank Kienle (HKI) und Gunnar Borg (DJH)
Branchendialog
Branchendialog

Gastwelt macht Druck vor dem Reichstag

Bei der diesjährigen „Meet & Eat“-Aktion der DZG kamen über 300 Vertreter aus Parlament, Bundesregierung und Gastwelt zusammen. Im Mittelpunkt standen die Rentenreform, die Mehrwertsteuer sowie die Forderung nach verlässlicheren Rahmenbedingungen.