Lohnerhöhung

Dehoga NRW: Tarifvertrag mit Ausrufezeichen

Lohn und Gehalt
Die neuen Tarife gelten ab dem 1. Mai und sehen Lohnzuwächse bis zu 27,3 Prozent vor. (Foto: © Stockfotos-MG/stock.adobe.com)
Der neue Tarifvertrag im Gastgewerbe NRW sieht Lohnsteigerungen bis zu 27,3 Prozent vor. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen deutlich. Der Dehoga NRW geht davon aus, dass Preisanpassungen notwendig werden.
Freitag, 25.03.2022, 13:08 Uhr, Autor: Martina Kalus

Mit der Unterzeichnung des neuen Tarifvertrages für das Gastgewerbe im bevölkerungsreichsten Bundesland machen die Tarifparteien Dehoga Nordrhein-Westfalen und der NGG-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen nach dem Abschluss im Januar den Weg nun endgültig frei für deutliche Lohnzuwächse und geben damit ein wichtiges Signal für alle jetzigen und künftigen Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie zwischen Rhein und Weser. Die neuen Tarife gelten ab dem 1. Mai und sehen Lohnzuwächse bis zu 27,3 Prozent vor und stellen damit Wettbewerbsfähigkeit der Vergütungen im Vergleich zu anderen Branchen mehr und mehr sicher. Alle Löhne erhöhen sich zudem zum 1. Mai 2023 noch einmal um 3,5 Prozent. Der Lohneinstieg liegt künftig bei 12,50 Euro. „Wir wissen, dass die Umsetzung eine große Herausforderung für unsere Branche ist.

Vor allen Dingen in Anbetracht der Tatsache, dass uns die Corona-Pandemie sehr hart getroffen hat und die Auswirkungen noch lange zu spüren sein werden“, betont Andreas Büscher, zuständiger Regionalpräsident des Dehoga Nordrhein-Westfalen. „Aber wir wollen mit diesem Abschluss ein positives Zeichen, ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Beschäftigten setzen und damit auch ein Zeichen für die Zukunft des Gastgewerbes mit sicheren Arbeitsplätzen.“

Auch die Ausbildungsvergütungen werden mit dem neuen Ausbildungsjahr ab dem 1. August 22 deutlich steigen: im 1. Jahr um 250 auf 1.000 Euro, im 2. um 220 auf 1.100 Euro und im 3. Ausbildungsjahr um 200 auf 1.200 Euro. Eine Erhöhung um jeweils 100 Euro erfolgt zum 1. August 2023. Mit dem neuen Ausbildungsjahr werden auch die nunmehr sieben Ausbildungsberufe neu geordnet. „Die Zukunft der Branche beginnt mit einer guten Ausbildung. Deshalb werden mit der Neuordnung unserer Berufe und den deutlich erhöhten Ausbildungsvergütungen unsere Ausbildungen noch attraktiver“, so Büscher. Der Ausbildungstarifvertrag soll darüber hinaus allgemeinverbindlich erklärt werden, das heißt, dass er für alle Ausbildungsverhältnisse im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe gelten soll.

Der Hotel- und Gaststättenverband geht davon aus, dass sich die deutlichen Lohnerhöhungen auch auf das Preisgefüge in der Branche auswirken werden. „Wir befinden uns in einer Situation, in der vor allem auch nach mehr als zwei Jahren Corona keine finanziellen Freiräume bestehen. Rücklagen sind aufgezehrt, Kredite aufgenommen, Altersvorsorgen angefasst. Die allgemeinen Preiserhöhungen schlagen auch bei uns ins Kontor. Tariferhöhungen in dieser Form in der jetzigen Situation werden sich in den Preisen niederschlagen müssen“, so Büscher, der auf die Akzeptanz der Gäste als Ausdruck der Wertschätzung für die Arbeit im Gastgewerbe hofft.

(Dehoga NRW/MK)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Der Dehoga hat die Bilanz des Gastgewerbes 2023 in NRW veröffentlciht. (Foto: © xartproduction/stock.adobe.com)
Kostendruck
Kostendruck

Dehoga veröffentlicht Jahresbilanz des Gastgewerbes in NRW

Das Gastgewerbe kämpft weiterhin mit zahlreichen Herausforderungen. Dies verdeutlicht nun einmal mehr die Jahresbilanz des Gastgewerbes in NRW 2023 des Deutscher Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga.
Gereon Haumann.
Höherer Lohn
Höherer Lohn

Tarifvertrag für das Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz allgemeinverbindlich

Am 1. April 2022 trat ein neuer Entgeltvertrag für Mitgliedsbetriebe des Dehoga Rheinland-Pfalz in Kraft. Arbeitsminister Alexander Schweitzer erklärte ihn nun für das Gastgewerbe in seinen wichtigsten Punkten für allgemeinverbindlich.
Der Branchen-Gipfel am Dienstag, 5. April 2022 mit der Landespolitik. (Foto: © DEHOGA / Michael Gstettenbauer )
Impulstag Gastgewerbe
Impulstag Gastgewerbe

Erwartungen vor der NRW-Landtagswahl 2022

Der Hotel- und Gaststättenverband Nordrhein-Westfalen hatte wenige Wochen vor der Landtagswahl zum politischen Austausch mit Gastronomen und Hoteliers geladen.
Tarifverträge
Tarifverträge

Besseres Einkommen für Beschäftigte im Gastgewerbe

Mit einem Tarifabschluss und Entgeltanhebungen über mehrere Jahre will das Gastgewerbe wieder attraktiver werden. Manche, die sich während der Pandemie neu orientiert haben, sollen so zurückgewonnen werden.
Kellnerin steht lächelnd bei Gästen
Thüringen
Thüringen

Mehr ausländische Arbeitskräfte im Thüringer Gastgewerbe

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben das Gastgewerbe in Thüringen heftig getroffen. Viele Beschäftigte haben sich deswegen woanders Arbeit gesucht. So ist die Situation heute.
Gastronom bei der Abrechnung
Preisdruck
Preisdruck

Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 % – Folgen für das Gastgewerbe

Mit dem Iran-Krieg sind die Preise in Deutschland nach oben geschnellt. Vor allem steigende Energiekosten treiben die Inflationsrate Richtung Drei-Prozent-Marke. Das belastet auch das Gastgewerbe.
Dr. Marcel Klinge
Warnung
Warnung

Neue Steuerschätzung: DZG warnt vor Risiken für die Gastwelt

Die neue Steuerschätzung des Bundes könnte laut Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) den Druck auf Tourismus, Hospitality und Gastronomie erhöhen. Die DZG fordert daher eine aktive Beteiligung der Branche an der Steuerdebatte.
John K. Tuwei, Director International Projects State Department TVET, Sebastian Groth, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kenia, Samuel Waititu, Chief Principal, The Kiambu National Polytechnic (KINAP), Horst Bauernfeind, Projekt Manager, GIZ Kenia, Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Catherine Karanja, Geschäftsführerin Berufsbildung und Fachkräftesicherung, Horst Bauernfeind, Projekt Manager, GIZ Kenia, künftige Auszubildende.
Kenia-Projekt
Kenia-Projekt

Talent Gateway stärkt Ausbildung im Gastgewerbe

Reem Alabali Radovan, die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat sich in Kenia über das Projekt Talent Gateway informiert. Die Initiative verknüpft Nachwuchskräfte mit Ausbildungsplätzen in Deutschland und soll perspektivisch ausgeweitet werden.
Gläser mit Softdrink
Gesundheits-Sparpaket
Gesundheits-Sparpaket

Zuckersteuer soll kommen – Folgen für die Gastro

Das Bundeskabinett hat ein Gesundheits-Sparpaket auf den Weg gebracht. Damit rückt auch eine Zuckersteuer auf gesüßte Getränke näher – mit möglichen Auswirkungen auf das Gastgewerbe.