Tourismusbranche

Bundestag stimmt für freiwillige Gutscheinlösung

Sitzung im Deutschen Bundestag
Die große Mehrheit im Bundestag hat sich für eine freiwillige Gutscheinlösung ausgesprochen. (Foto: ©Deutscher Bundestag/Achim Melde)
Die Bundestagsfraktionen haben sich für eine freiwillige Gutscheinlösung im Pauschalreiserecht ausgesprochen. Es sei ein „fairer Interessensausgleich“, heißt es im Gesetz.
Donnerstag, 02.07.2020, 18:25 Uhr, Autor: Kristina Presser

Entscheidung für die Tourismusbranche: Die große Mehrheit im Bundestag hat in der 170. Sitzung am 02. Juli 2020 für eine freiwillige Gutscheinlösung bei abgesagten Pauschalreisen aufgrund der Corona-Pandemie gestimmt. Während sich die Fraktionsparteien CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grünen und Die Linke für den vorliegenden „Entwurf eines Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Pauschalreisevertragsrecht“ (Drucksache 19/19851 ) aussprachen, enthielt sich die AfD.

Die damit auf den Weg gebrachte gesetzliche Regelung sieht vor, dass Reiseveranstalter Urlaubern, die wegen der Corona-Krise nicht ihre Reise antreten konnten, anstelle einer sofortigen Rückzahlung einen Reisegutschein im Wert der erhaltenen Vorauszahlungen anbieten können. Der Gutschein ist von staatlicher Seite gegen eine etwaige Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert – allerdings nur im Hinblick auf die aktuelle COVID-19-Pandemie und zeitlich befristet. Er soll nach Ende der aktuellen Reisebeschränkungen beim Reiseveranstalter eingelöst werden können.

Freiwillige Gutscheinlösung als „fairer Interessensausgleich“

Diese Regelung soll einen fairen Interessensausgleich darstellen, wie es im Gesetzentwurf heißt. Zum einen soll so die Liquidität der Reiseveranstalter und damit auch zahlreiche Arbeitsplätze gesichert werden. Zum anderen geht der Urlauber kein Risiko ein, da der Gutschein selbst bei Insolvenz des ausstellenden Reiseunternehmens seinen Wert behält. Nicht zuletzt ist die Annahme eines Gutscheins freiwillig. Entscheiden sich Verbraucher dagegen, haben sie unverändert einen Anspruch auf Rückerstattung ihrer Vorauszahlungen.

Der Reisegutschein verliert, laut Gesetzt, spätestens am 31. Dezember 2021 seine Gültigkeit. Sollte der Gutschein in diesem Zeitraum nicht eingelöst werden, hat der Verbraucher das Recht, die geleistete Vorauszahlung unverzüglich vom Reiseveranstalter erstattet zu bekommen.
(Deutscher Bundestag/KP)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Gründung Tourismusverband Oberlausitz
Neugründung
Neugründung

Oberlausitz gründet eigenen Tourismusverband

32 Mitglieder hat der neue Tourismusverband Oberlausitz. Besonders kleine Kommunen sollen von seiner Arbeit profitieren.
Bundeskabinett
Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit
Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Bundeskabinett beschließt neue Nationale Tourismusstrategie

Das Bundeskabinett hat heute die neue Nationale Tourismusstrategie verabschiedet. Mit den Schwerpunkten Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau setzt sie zentrale Impulse für die Zukunft der deutschen Tourismuswirtschaft.
Smartphone mit eingeblendeten Warnsymbolen und Einkaufswagen-Icon – Symbolbild für manipulative Designs und strengere Regeln beim Online-Vertragsabschluss.
E-Commerce
E-Commerce

Widerrufsbutton kommt: Neues Verbraucherschutzpaket beschlossen

Der Bundestag hat neue Regeln für Online-Verträge, Green Claims und manipulative Designs beschlossen. Auch das Gastgewerbe sollte Websites, Buchungsstrecken und Marketing prüfen.
Touristin in Berlin
Aufschwung
Aufschwung

Positiver Ausblick für den Incoming-Tourismus

Trendwende im deutschen Incoming-Tourismus: Nach einem bisher wechselhaften Jahresverlauf steigt die Nachfrage internationaler Gäste im Oktober deutlich. Auch für die kommenden Monate erwartet die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) aufgrund der jüngsten vorliegenden Marktdaten eine weitere Belebung des Incoming-Tourismus.
Mountain ski resort
Umfrage
Umfrage

Wirtschaftskrise dämpft Wintergeschäft im Gastgewerbe

Die deutsche Wirtschaft ist in der Dauerkrise. Eine Umfrage deutet darauf, dass verunsicherte Verbraucher auch am Winterurlaub sparen wollen. Dennoch blicken Gastgeber positiv in die Wintersaison.
Brandenburger Tor in Berlin
Rückgang
Rückgang

Berlin verpasst wohl Marke von 30 Millionen Übernachtungen

Nach der Corona-Vollbremsung erholten sich die Tourismus-Zahlen. Nun gehen sie wieder zurück. Der Visit-Berlin-Chef hat eine Vermutung, woran das liegt.
Leuchtturm Warnemünde im Schnee
Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern

Tourismusbranche rechnet mit hoher Auslastung über Silvester

Das Jahresende gilt vielerorts als Hochsaison, nicht nur in schneesicheren Gebieten. Das zeigt eine Branchenumfrage des Landestourismusverbandes in Mecklenburg-Vorpommern.
Bundestag
Bewertung
Bewertung

7-%-Mehrwertsteuer und Bundeshaushalt 2026 – So bewertet das Gastgewerbe die neuen Beschlüsse

Der Bundeshaushalt für 2026 ist beschlossen, und auch das Steueränderungsgesetz hat im Bundestag grünes Licht bekommen. Damit rückt die Rückkehr zum reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zum 1. Januar 2026 einen entscheidenden Schritt näher. Branchenverbände begrüßen die Beschlüsse, sehen aber auch einige Kritikpunkte am neuen Bundeshaushalt. 
Norbert Kunz
Förderprojekt
Förderprojekt

Erstmals einheitliche Nachhaltigkeitskennzahlen für Tourismusregionen

Wie lässt sich die Tourismusentwicklung in Deutschlands Regionen einheitlich messen? Ein Förderprojekt des Deutschen Tourismusverbands liefert erstmals die Grundlage: neun bundesweite Nachhaltigkeitskennzahlen, die ökologische, ökonomische, soziale und managementbezogene Aspekte abdecken.