Aktionsbündnis

#AlarmstufeDunkelrot: Mahnwache in Berlin

Erneut haben Vertreter aus Gastronomie, Hotellerie, Kunst und Kultur für mehr Hilfe demonstriert und auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. „All das, wodurch eine Gesellschaft eine Gesellschaft ist, stirbt aktuell bereits aus.“

Donnerstag, 10.12.2020, 09:33 Uhr, Autor: Kristina Presser
Mit einem T-Rex-Skelett demonstrierte das Aktionsbündnis #AlarmstufeDunkelrot jetzt in Berlin vor dem Brandenburger Tor

Mit einem T-Rex-Skelett demonstrierte das Aktionsbündnis #AlarmstufeDunkelrot jetzt in Berlin. (Foto: ©obs/Dinosaurier Museum Altmühltal/Manuel Weidt)

Mit dem Aktionsbündnis #AlarmstufeRot hat es angefangen – jetzt wurde es in #AlarmstufeDunkelrot umbenannt: Am 9. Dezember 2020 haben Vertreter erneut auf die existenziell immer dramatischer werdende Situation für Kunst und Kultur, Gastronomie und Hotellerie, Veranstaltungen und Messen, Tourismus, Freizeitindustrie und Museen aufmerksam gemacht – laut eigener Angaben Arbeitgeber für etwa zehn Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland. Für eine Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin holte man sich einen aufmerksamkeitsstarken Begleiter: ein T-Rex-Skelett aus dem Dinosaurier-Museum Altmühltal (Bayern).

Dirk Wöhler, Anmelder der Demonstration: „Bislang war vor allem die Veranstaltungswirtschaft im existenzvernichtenden Dauerlockdown, jetzt sind es insgesamt bis zu 4,5 Millionen Menschen aus betroffenen Branchen. Für sie, aber auch für ihre Familien, ihre Kinder, wird es besinnliche Weihnachten nicht geben. Stattdessen werden diejenigen, die zum Schutz aller ihren Berufen nicht nachgehen dürfen, Weihnachten alleine und ohne Geld gelassen.“ Dies sei ein Skandal und müsse umgehend behoben werden. Unter anderem machte Schauspielerin Marion Kracht in einer emotionalen Rede auf die prekäre Situation von Schauspielern aufmerksam.

Forderungen der Initiative #AlarmstufeDunkelrot

  • Neben der Erhöhung der Abschlagszahlungen der Novemberhilfe wird eine Fortführung von Hilfen für den privaten Lebensunterhalt als Kurzarbeitergeld gefordert. Grundsicherung bei in voller Höhe weiterlaufenden Kosten können nicht funktionieren. Der Abzug von Zuverdiensten ab 140 Euro verhindert sogar Selbsthilfe. Deshalb ist Grundsicherung für Selbstständige und Unternehmer Insolvenz per Regierungsbeschluss.
  • Wichtige Forderung ist darüber hinaus die Verschiebung von Steuerstundungen und der Insolvenz-Anzeigepflicht über den 31.12.2020 hinaus, um die sonst eintretende Welle an Insolvenzen noch zu verhindern.
  • Außerdem soll sofort mit der Entwicklung von Neustart-Szenarien begonnen werden – und nicht nur reine Kulturveranstaltungen miteinbeziehen, sondern weiter gefasst sein, um zu gegebener Zeit wirklich gut vorbereitet zu sein. Eine erneute Planlosigkeit könnten die betroffenen Branchen nicht noch einmal verkraften.

Mitinitiator Robin Kirchhoff sagte: „Es wird erneut lediglich Unternehmen, nicht aber Menschen geholfen.“ Angesichts des Sonderopfers der Branchen sei das inakzeptabel. „All das, wodurch eine Gesellschaft eine Gesellschaft ist, stirbt aktuell bereits aus. Dieses Aussterben muss sofort gestoppt werden.“ Die Politik werde dringend aufgefordert, endlich professionell und zielgerichtet zu handeln.
(#AlarmstufeDunkelrot/KP)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen