S.Pellegrino Young Chef Academy Competition – Mit Langustine nach Mailand
Zehn Nachwuchsköche aus Deutschland und Österreich traten am 27. Oktober in Frankfurt am Main gegeneinander bei der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition an. Am Ende setzte sich Nicolas Dekimpe durch. Sein Gericht „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“ verbindet Stationen seines kulinarischen Werdegangs mit einer klaren Vorstellung davon, wie er die Zukunft der Küche sieht: weniger Komplexität, mehr Konzentration auf das Wesentliche.
Langustine als Ausdruck der eigenen Küchenphilosophie
Dekimpe stammt von der belgischen Nordseeküste und sammelte Erfahrungen in verschiedenen europäischen Küchen, bevor er als Sous Chef im Restaurant Herzig in Wien tätig wurde. Diese Einflüsse verarbeitet er in seinem Wettbewerbsgericht, das sich ganz der Langustine widmet.
In fünf unterschiedlichen Interpretationen des Krustentiers spiegelt er seine bisherigen Reisen und Begegnungen wider. Den Abschluss bildet eine heiße Langustinen-Consommé, die über eine hauchdünne Scheibe Knochenmark gegossen wird. Beim Schmelzen gibt diese die darunterliegenden Aromen frei.
„In meiner kulinarischen Handschrift setze ich auf ‚weniger ist mehr‘. Der Preis ist eine tolle Bestätigung, dass ich damit Menschen begeistern kann“, sagt Dekimpe. Juror Andreas Krolik lobte das Zusammenspiel aus handwerklicher Präzision und erzählerischem Konzept. Dekimpe habe ein „unglaublich stimmiges Gesamtpaket“ abgeliefert.
Auf den weiteren Plätzen der Top drei landeten Bernhard Hirschbeck aus Hallwang bei Salzburg und Nouri Abou Alchaar aus Hamburg.
Drei Sonderpreise für Nachhaltigkeit und persönliche Handschrift
Neben dem Gesamtsieg vergab die Jury beziehungsweise das jeweilige Auswahlgremium drei Sonderpreise. Sie würdigen unterschiedliche Aspekte der Kochkunst – von verantwortungsvollem Umgang mit Lebensmitteln bis zur Verbindung regionaler Küchentraditionen mit persönlichen Erfahrungen.
Der Acqua Panna Connection in Gastronomy Award ging ebenfalls an Dekimpe. Sein Gericht überzeugte durch die Verbindung verschiedener kulinarischer Einflüsse mit seinem eigenen Werdegang. Kateryna Boniakevych aus Hofbieber in Hessen gewann den Fine Dining Lovers Award. Ihr Gericht „Roots Beyond Borders“ schlägt eine kulinarische Brücke zwischen ihrer ukrainischen Heimat und Deutschland.
Alle drei Sonderpreisträger haben die Chance, beim Grand Finale 2027 in Mailand auch den jeweiligen globalen Titel zu gewinnen.
Jury bewertet Handwerk, Kreativität und Haltung
Die zehn Teilnehmenden waren zuvor von der italienischen Kochausbildungseinrichtung ALMA ausgewählt worden. Im Wettbewerb bewertete die Jury die Gerichte nach drei Kriterien: technisches Können, Kreativität und die persönliche Haltung, die hinter der Kreation steht.
Zum Gremium gehörten Christian Bau vom Restaurant Victor’s Fine Dining, Andreas Krolik vom Lafleur, Julia A. Leitner von CODA und Martin Stopp von ATAMA. Die vier Juroren repräsentieren unterschiedliche Ausrichtungen der Spitzengastronomie – von französisch-japanischer Küche bis zur modernen Patisserie.
Mit seinem Sieg vertritt Dekimpe die Region Central Europe beim Grand Finale der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition 2026–27, das 2027 in Mailand stattfindet.
(S.Pellegrino & Acqua Panna/KAGI)