Regionale Genüsse

Saumagen-Wettbewerb zieht Gastronomen aus ganz Deutschland an

Ein Saumagen auf einem Teller
Der Pfälzer Saumagen – für die einen eine unverständliche Speise, für die anderen der beste Grund für einen internationalen Wettbewerb. (© msl33/Fotolia)
Rund 50 Juroren haben unter 200 Varianten über die beste Kreation der Pfälzer Spezialität abgestimmt. Die Kategoriensieger kommen diesmal aus Landau, Herxheim und Hettenleidelsheim.
Donnerstag, 15.11.2018, 10:59 Uhr, Autor: Thomas Hack

Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl machte die Spezialität aus Fleisch, Kartoffeln und Gewürzen einst international bekannt – und ließ seine Leibspeise gerne auch mal Staatsgästen auftischen. Fakt ist: Was anderswo als schwer bekömmlicher Dickmacher verspottet wird, gilt  in der Pfalz als Feinschmeckerprodukt von größter Raffinesse. Beim Internationalen Saumagenwettbewerb in Herxheim wählten nun Fachexperten zum 10. Mal die beste Kreation des Pfälzer Nationalgerichts. Der Fleischer-Innung Südliche Weinstraße-Landau-Germersheim zufolge wurden rund 200 Produkte eingereicht, welche die Fachexperten nach Geschmack, Geruch und Zusammensetzung beurteilten. Dutzende Gastwirte, Betriebe und Köche aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, dem Elsass und weiteren Regionen waren mit am Start, um mit diesem 10. Internationalen Saumagenwettbewerb die Qualität der Spezialität zu fördern. Die Sieger in den Kategorien kommen diesmal aus Landau, Herxheim und Hettenleidelsheim.

Vom Mysterium des gefüllten Verdauungsorgans
„Beim Saumagen hört bekanntlich alle Toleranz auf, da gibt es nur entweder oder“, sagte einstmals der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher bei einem Besuch in der Pfalz. Scherzhaft erinnerte er an Helmut Kohl, der das Gericht populär machte und zum Weltwirtschaftsgipfel 1992 in München 150 Kilogramm Saumagen auftischen ließ. „Ich habe Staatsgäste erlebt, die den Saumagen im Interesse des Weltfriedens als wahre Köstlichkeit rühmten, aber dabei das Gesicht eines Zwangsernährten machten“, flachste Genscher weiter. Vom „Mysterium des gefüllten Verdauungsorgans“ spricht der Pfälzer Autor Christian Habekost, „Lende, Keule, Rücken, sogar Nieren sind die weithin akzeptierten Körperteile des zu vertilgenden Tieres. Aber ein Magen? Von einer Sau?“ Ortsunkundige Besucher erwarten womöglich einen ballonartigen Schweinemagen mit vier Beinen und Ringelschwanz, schreibt Habekost im Buch „Gebrauchsanweisung für die Pfalz“. Doch so wird der Saumagen tatsächlich hergestellt: ein Drittel Kartoffeln, ein Drittel mageres Schweinefleisch und ein Drittel Brät mit Gemüse. Die Mischung wird mit Eiern verrührt und in den Saumagen gefüllt. Danach wird er drei bis fünf Stunden lang bei etwa 78 Grad gekocht.

Die Sieger des Saumagenwettbewerbs:

Kategorie Original Pfälzer Saumagen: P.S. Pfälzer Spezialitäten Beteiligungs GmbH, In den Waldstücken 9, 76829 Landau

Kategorie Saumagen mit Zutatenvariationen: Metzgerei Walter Adam jr., Holzgasse 29, 76863 Herxheim

Kategorie Saumagenfüllung in besonderer Form: Metzgerei Christian Speeter, Bahnhofstr. 21, 67310 Hettenleidelheim

(lrs/dpa/TH)

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