McDonald’s Burger Dialog: Ehrenamt braucht eine Lobby
Knapp 27 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich – doch eine Lobby haben sie nicht. Dieses Fazit zogen Vertreterinnen von Bündnis 90/Die Grünen, Junge Union, Jusos und Rapper Eko Fresh sowie Ehrenamtliche beim Burger Dialog in Berlin.
In einem McDonald’s Restaurant im Berliner Europacenter diskutierten Johanna Börgermann (Jusos/SPD), Julian Joswig (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Clara von Nathusius (Junge Union/CDU) und Rapper Eko Fresh gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus Berlin über den Wert freiwilligen Engagements. Insbesondere ging es dabei auch darum, was Politik tun muss, damit mehr Menschen die Chance wahrnehmen, sich einzubringen.
Wertschätzung allein reicht nicht
Das Fazit war eindeutig: Ehrenamt trägt die Gesellschaft, wird aber politisch oft zu wenig gestützt. Moderatorin Anastasia Barner brachte es am Ende auf den Punkt: „Ehrenamt hat keine starke Lobby. Das sollte Politik mitnehmen.“
Hannes Jähnert, Co-Projektleiter Ehrentag bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, unterstrich das: „Ehrenamt braucht mehr Unterstützung und mehr Mittel. Das ist gut investiertes Geld.“
Einigkeit herrschte darüber, dass freiwilliges Engagement mehr als symbolische Anerkennung brauche. Clara von Nathusius sprach sich dafür aus, Ehrenamt auf Rentenpunkte anzurechnen. Julian Joswig betonte, dass sich nicht nur Jüngere engagieren – und dass alle, die es tun, bessere Unterstützung verdienen: „Demokratie lebt vom Ehrenamt.“ Johanna Börgermann mahnte, dass Ehrenamtliche nicht als Lückenbüßer für fehlende Fachkräfte herhalten dürfen: „Einrichtungen dürfen nicht auf sie angewiesen sein.“
Zugänge zum Ehrenamt
Rapper Eko Fresh, der alle drei Burger Dialoge 2026 als gesellschaftliche Stimme begleitet, brachte eine weitere Dimension ins Spiel: Zugänge. Menschen müssten wissen, wie und wo sie sich engagieren können.
Berührt zeigte er sich von der Geschichte von Nahid Hashemi, McDonald’s-Mitarbeiterin und alleinerziehende Mutter von vier Kindern, die kurz nach ihrer Ankunft aus Afghanistan begann, sich in einem Berliner Senioren-Café zu engagieren: 2Kaum hier angekommen, gibt sie schon wieder etwas zurück."
Für Johanna Börgermann war der Abend auch eine persönliche Erfahrung: „Ich habe erlebt, wie spannend es ist, wenn Politik an Orten stattfindet, wo man sie nicht erwartet. Das holt uns raus aus der Bubble.“
Nächster Burger Dialog in Köln
„Der Burger Dialog zeigt, was möglich ist, wenn echte Menschen über echte Themen sprechen, ohne Distanz und ohne Manuskript“, sagte Markus Weiß, Impact Lead und Unternehmenssprecher bei McDonald’s Deutschland. „Knapp 27 Millionen Ehrenamtliche in Deutschland verdienen mehr als Applaus. Sie verdienen eine Stimme.“
Der nächste Burger Dialog soll in Köln stattfinden. Dann soll das Thema sozialer Aufstieg im Mittelpunkt stehen.
(McDonald’s Deutschland/SAKL)