Wiesn 2022

Halbzeitbilanz für das Oktoberfest

Rund drei Millionen Gäste und damit 300.000 weniger als bei der letzten Wiesn vor der Pandemie haben bisher das Münchner Oktoberfest besucht. Schuld an dem geringeren Interesse war laut Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) das schlechte Wetter – und nicht etwa die Corona-Sorge.

Montag, 26.09.2022, 15:22 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Oktoberfest 2022

Trotz Kälte und Regen strömen die Menschen nach zweijähriger Corona-bedingter Pause wieder auf die Wiesn und schlendern über das Festgelände. (Foto: © picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Bereits der Start des Festes am Samstag vor einer Woche fiel ins Wasser – nur ein paar Tage am Ende der ersten Oktoberfest-Woche sorgte sonniges Herbstwetter für typische Volksfeststimmung und lockte mehr Besucher an. Die erste Wiesn nach der Corona-Pause war somit bislang ruhiger als das letzte Fest im Jahr 2019. Vor allem auf der traditionelleren Oidn Wiesn im Südteil des Geländes kamen mit 100.000 Gästen nicht einmal halb so viele Besucher wie im Jahr 2019. Dementsprechend meldeten die Wirte einen Rückgang des Bierkonsums um 15 Prozent gegenüber 2019.

Die Festleitung sei dennoch sehr zufrieden. „Ich bin nicht auf der Jagd nach Rekordzahlen“, sagte der Münchner Wirtschaftsreferent bei der Halbzeitbilanz für das Volksfest. Wichtig sei, dass das Fest nach zwei coronabedingt abgesagten Festen wieder stattfinde.

Es sei eine Wiesn wie eh und je mit vielen Familien und auch vielen, vor allem englischsprachigen Touristen. „Die Befürchtung, dass der eine oder andere ein bissel fremdeln könnte nach zwei Jahren, ist nicht eingetreten.“

Glühwein auf der Wiesn

Trotzdem ist etwas anders: Aufgrund der schlechten Wetterprognose für die zweite Festwoche hat man sich dazu entschlossen, den Ausschank von Glühwein an Eisständen zu erlauben, wie Festleiter Clemens Baumgärtner mitteilte. Gerade die Eisverkäufer machten kein gutes Geschäft – und man wolle schließlich, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Die Festleitung kann den Verkauf von Glühwein genehmigen, wenn – so sehen es die Betriebsvorschriften vor – der Eisverkauf infolge ungünstiger Witterung stark beeinträchtigt ist. Nicht zum ersten Mal greift man auf diese Regelung zurück.

Auch 2008 wurde Glühwein ausgeschenkt, nachdem es tagelang um oder sogar unter zehn Grad hatte. Allein an den letzten Wiesn-Tagen wurden damals mehr als 2000 Liter Glühwein getrunken. „Das Konsumangebot nähert sich bei diesen Temperaturen immer mehr dem Christkindlmarkt“, kommentierte zum Abschluss des Festes der damalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

(dpa/SAKL)

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