Gastronomie & Soziales

Trump-Koch versorgt Obdachlose mittels Lottogewinn

Donald Trumps früherer Chefkoch Robert Mendoza hat in einer US-Lotterie 250.000 Dollar gewonnen, mit deren Hilfe er nun arme Menschen bekocht. Weshalb er dies tut, offenbart seine dramatische Lebensgeschichte…

Mittwoch, 30.01.2019, 11:08 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Hand überreicht eine Essschale einer anderen Hand

Der frührere Präsidenten-Koch Robert Mendoza kocht heute jeden Samstag für Obdachlose. (© ribalka yuli/Fotolia)

„Ich weiß, wie es ist, hungrig zu sein“ – sagt ein Spitzenkoch, der bereits für Präsidenten und Königshäuser in der Küche stand und jetzt auch noch den Höchstgewinn einer amerikanische Lotterie erhalten hat. Doch Spitzenkoch Robert Mendoza will die gewonnene Summe von 250.000 US-Dollar keineswegs für sich behalten, sondern steckt diese nun in eines seiner großen Projekte, mit denen er armen Menschen hilft. Dass sich Mendoza tatsächlich in die Situation von Obdachlosen hineinversetzen kann, mag angesichts seines Renommees auf den ersten Blick verwundern: Der in El Salvador geborene Küchenchef hatte bereits für Barack Obama, Bill Clinton, George Bush und verschiedene Königshäuser gekocht und seine Kreationen bis vor kurzem sogar Präsident Donald Trump aufgetischt. Während seiner Zeit als Chefkoch im Beverly Hills Hotel in Los Angeles war er darüber hinaus Gastgeber der Oscar-Verleihungen und führte nach seinem Umzug nach North Carolina in der Stadt Charlotte schließlich sein eigenes Restaurant.

Hunger, Krieg und Entführung – die bewegende Vergangenheit eines Spitzenkochs
Und dennoch: Trotz seines heutigen Erfolgs blickt Mendoza auf ein Leben voller schwieriger Umstände zurück. So etwa lebte er in den 1980er Jahren während des Krieges in El Salvador und konnte nur selten an Essen gelangen, wie es im Today-Bericht weiter heißt. „Ich weiß, wie es ist, hungrig zu sein. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, ging ich zu Bett, ohne irgendwas gegessen zu haben. Und als ich zum Wasserhahn ging, kam nur Luft heraus, da sie in meinem Land auch noch das Wasser abgestellt haben. Ich ging weinend ins Bett und sagte, wenn ich groß bin, würde ich alles tun, um sicherzustellen, dass niemand mehr hungern muss.“ Ein paar Jahre später wurde Mendoza auch noch für zwei Monate entführt, bis ihn die Heilsarmee fand und nach Kanada in Sicherheit brachte. Von dort aus aus ging der spätere Sitzenkoch nach Kalifornien, um sich in der hohen Schule des Kochens ausbilden zu lassen. Und schließlich war es soweit: Mendoza konnte sein Versprechen zu erfüllen, das er sich vor vielen Jahren selbst gegeben hatte…

Ein Kindheitsversprechen wird eingelöst…
Heute kocht Mendoza jeden Samstag in Charlotte für Obdachlose. Im Jahr 2014 startete er dann sein eigenes Projekt „The Chef Heaven’s Kitchen“, um Geld und Spenden für ein Dorf in der Dominikanischen Republik zu sammeln, dem er regelmäßig Besuche abstattet. „Letzten Dezember habe den Kleinen Spielzeug, Kleidung und Schuhe mitgebracht und ich koche auch für sie. Es ist ein sehr armes Dorf, in welchem sie manchmal etwas zu Essen haben und manchmal eben nicht.“ Vor drei Jahren kaufte Mendoza schließlich ein Grundstück im Dorf und begann mit dem Bau einer Cafeteria, die seither als sauberer und sicherer Ort für bedürftige Dorfbewohner dient. Nach dem Lottogewinn wusste er eigenen Angaben zufolge ganz genau, was er mit dem Geld anfangen würde – die letzten Arbeiten an seiner Einrichtung ausführen, während er den Einheimischen weiterhin warme Mahlzeiten serviert. „Gott und ich, wir machen es gemeinsam“, lässt Mendoza zu seinem ehrgeizigen Unterfangen verlauten. (today.com/TH)

 

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