Chefs Culinar-Podcast

Martin Smura macht reinen Tisch

Ex-CEO Martin Smura von Kempinski bricht nun doch sein Schweigen. Im Podcast „Tisch für Drei“ von Chefs Culinar erläutert Smura, wie er sich die Zukunft der Hotellerie in Europa vorstellt und warum es bei Kempinski in den vergangenen Jahren so viele Wechsel an der Konzernspitze gegeben hat.

Freitag, 25.06.2021, 10:47 Uhr, Autor: Karoline Giokas
Martin Smura Kempinski

Martin Smura bricht im Chefs Culinar-Podcast sein Schweigen. (Foto: © Axel Griesch for Kempinski)

„Jetzt ist die Zeit, um die Durchschnittsraten nach oben zu bringen – denn man kann jetzt ein höheres Preisniveau ohne viel Gegenwind durchsetzen“, wirbt Smura für eine selbstbewusste Preisgestaltung nach der Krise im Gespräch mit Matthias Rilling und berichtet von Häusern auf Sylt, bei denen aktuell im Vergleich mit 2019 auch mehr als doppelt so hohe Raten klaglos akzeptiert würden.

„Ich hoffe, dass wir in Sachen Corona das Ende des Tunnels sehen – aber für Hoteliers bleibt die Planung dennoch schwierig“, stellt Smura fest und unterscheidet sehr deutlich zwischen den Aussichten von Stadthotels in Metropolen und der Ferienhotellerie. Gerade Destinationen wie „der Harz, das Sauerland und der Schwarzwald“ würden von einem veränderten Freizeitverhalten und dem Mind-Shift durch Corona profitieren. Stadthotels dagegen werden es nach Meinung Smuras auch weiterhin sehr schwer haben.

Sustainability gewinnt an Bedeutung

Smura erwartet keine schnelle Renaissance des Messegeschäfts und damit eine tiefgreifende Konsolidierung des Markts – vor allem bei den Produkten, die auch vor der Krise schon nicht zur Creme de la Creme gehörten. „Cash is king“, sagt Smura, der bei Top-Lagen zwar nicht unbedingt sinkende Preise erwartet, ansonsten aber auch selbst auf Opportunitäten wartet, um die familieneigene Holding um attraktive Standorte zu erweitern.

Mit Blick auf die Spitzenhotellerie erwartet Smura eine weiter zunehmende Bedeutung des Themas Sustainability. Das veränderte Einkaufs- und Konsumverhalten anspruchsvoller Gäste sollte sich auch in Nachhaltigkeitsstrategien stärker wiederfinden. Gleichzeitig aber sollten sich große Brands stärker denn je als Markenartikler verstehen – und nicht allein als Management-Gesellschaften.

Man muss sein Prdoukt anpassen

Zum Thema Kempinski gesteht Smura bei „Tisch für Drei“, dass er die Marke noch immer von Herzen liebe, „auch wenn es hin und wieder Differenzen zwischen den Eigentümern und dem Management gab – aber so etwas gibt es ja jeden Tag“.  Dennoch sei es sicher richtig, dass die Eigentümerwechsel und der mehrheitliche Verkauf der Marke vom thailändischen an das bahrainische Königshaus zu „Dynamik“ im Konzern geführt haben. Welche Ziele die aktuellen Eigentümer hätten, sei für ihn nicht erkennbar, erklärt Smura und fügt hinzu: „Ich liebe Traditionen. Sie geben uns Halt in einer Zeit, in der sich alles immer wieder ändert. Aber man muss sein Produkt auch immer wieder dem Markt anpassen. Oder aber man ist so reich, dass man sein Produkt einfach nur nach seinem eigenen Geschmack gestaltet.“

(Chefs Culinar/KG)

 

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