Spitzengastronomie

„Man macht sich wahnsinnig abhängig“

2013 erkochte Roland Trettl einen Stern im „Ikarus – Hangar 7“ in Salzburg. Mittlerweile hat der Koch ein ambivalentes Verhältnis zu Sterne-Restaurants.

Freitag, 20.08.2021, 09:49 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz
Roland Trettl

Der ehemalige Spitzenkoch Roland Trettl ist froh, nicht mehr um Sterne kochen und „in diesem Affentheater“ mitspielen zu müssen. (Foto: © picture alliance / ZB | Georg Wenzel)

Im Gespräch mit der Osnabrücker Zeitung sprach der ehemalige Sternekoch Roland Trettl, der 2013 selbst einen Stern im „Ikarus – Hangar 7“ erkocht hat, über sein ambivalentes Verhältnis zu Sterne-Restaurants: „Ich finde es dramatisch, sich bewerten zu lassen, um Erfolg und Glück zu finden. Es geht doch um Geschmack, und der ist individuell. Ich bezweifle, dass ein Restaurant besser ist, je mehr Sterne es hat. Man macht sich zudem wahnsinnig abhängig. Wer einmal drei Sterne erreicht hat, tut alles, um sie zu behalten. Denn der Verlust eines Sterns würde auch finanziellen Verlust bedeuten. Du denkst an nichts anderes mehr, als dass du die Sterne behältst, und setzt dich damit einem ungeheuerlichen Druck aus. Ich bin einerseits froh, dass es diese Restaurants auf höchstem Niveau gibt, andererseits aber auch glücklich, dass ich nicht mehr mitspielen muss in diesem Affentheater.“

(Neue Osnabrücker Zeitung/NZ)

 

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