Meinung

Frank Rosin über Probleme in der deutschen Gastronomie

Der Sternekoch berichtet über seine jahrelange Erfahrung als TV-„Restaurant-Retter“ – und welche Mitschuld er Bundesregierung und Hotel- und Gaststättenverband am Scheitern mancher Existenzen gibt.    

Dienstag, 19.02.2019, 12:17 Uhr, Autor: Kristina Presser
Frank Rosin

Sterne- und Fernsehkoch Frank Rosin (© picture alliance / Sven Simon)

Frank Rosin wurde das Zeug zum Spitzengastronom quasi in die Wiege gelegt – als Sohn eines Großhändlers für Gastronomiebedarf. Heute ist er Inhaber des Restaurants „Rosin“, das seit 1991 in seinem Geburtsort Dorsten Gäste der kreativen Küche willkommen heißt. Der breiten Masse bekannt dürfte der inzwischen mit zwei Michelin-Sternen dekorierte Starkoch vermutlich aber durch seine TV-Show „Rosins Restaurant“ auf kabel 1 sein. Seit nun mehr zehn Jahren verhilft er dort Gastronomen in wirtschaftlicher Schieflage wieder den richtigen Kurs einzuschlagen. Sein Credo dabei: Hilfe zur Selbsthilfe für eine ertragreiche Zukunft.
Dass es manchmal aber auch äußere Umstände sind, die den insolvenzgefährdeten Restaurantbesitzern zusetzen und ihnen einen erfolgreichen Neustart erschweren, davon berichtet der erfahrene Gastro-Berater in einem Interview mit GQ.

Es liegt auch am Ausbildungssystem
Es müsse ein Ruck durch die deutsche Gastronomie gehen, so sagt Frank Rosin, an dem aktuellen Ausbildungssystem geschraubt werden. In die Pflicht nehme er dabei den Hotel- und Gaststättenverband sowie die Regierung. Diese müssten dafür sorgen, dass man sich nur mit einem qualifizierenden Berufsabschluss in der Gastronomie dort auch selbstständig machen könne. Gleichzeitig appelliert er im Interview mit GQ aber auch an die Vernunft der Gastronomen – und an die, die den Weg in die Selbstständigkeit wagen wollen. Denn zumindest eine der beiden Hauptvoraussetzungen, um ein Restaurant führen zu können, sollte man beherrschen: Entweder man bring gastronomisches Wissen und Können oder betriebswirtschaftliches Verständnis mit. Ein klug ausgesuchter, fähiger Geschäftspartner könne dabei die fehlenden Kompetenzen ausgleichen. Dann ist der Weg zumindest nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

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