Geschäftsaufgabe

FIFA: Fußballverband schließt Gastronomie-Betrieb

Die FIFA, weltgrößter Fußballverband, steht aufgrund von Bestechungsskandalen seit Jahren im Fadenkreuz der Schweizer Staatsanwaltschaft. Im eigenen Haus in Zürich rollen immer wieder Köpfe – wie auch im gastronomischen Bereich.  

Mittwoch, 15.03.2017, 13:40 Uhr, Autor: Felix Lauther
Das Museumscafé der FIFA

Das Museumscafé der FIFA wird im Juni komplett geschlossen. (© Wikimedia Commons / MCaviglia)

Das Fifa-Museum in Zürich macht seinen gastronomischen Service dicht. Der weltgrößte und zugleich reichste Fußballverband schmeißt in diesem Zusammenhang 36 Mitarbeiter raus. Alle Angestellten des Museum-Cafés liegt eine betriebsbedingte Kündigung vor, wie die „Neue Züricher Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Interims-Geschäftsführer Marc Caprez teilt der Züricher Tageszeitung mit, dass die ersten Mitarbeiter bereits im April vor die Tür gesetzt werden sollen. Im Juni erfolge der Rest des Gastro-Teams. Als Grund nennt die FIFA den defizitären Geschäftsbetrieb, „der sich so nicht mehr hatte weiterführen lassen“. Eigentlich hatte der mächtige Fußballverband in den letzten Jahren viel Besuch im Haus, denn Steuerfahnder und Staatsanwaltschaft haben der FIFA mehrmals unfreiwillig einen Besuch abgestattet. Hochrangige Funktionäre des Fußballweltverbandes stehen in Verdacht, Bestechungsgelder für Gefälligkeiten und Wahlen erhalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt weiter.

Businessplan für FIFA-Museum unter Soll
Das Fifa-Museum eröffnete erst im Februar 2016. Auf 3.000 Quadratmetern können die Besucher über 1.000 Exponate und 500 Videos aus der großen, weiten Welt der internationalen Fußballhistorie bewundern. Zahlreiche Spielstationen sollen die Anziehungskraft des beliebten Ballsports verstärken.

Der Ex-FIFA-Chef Sepp Blatter wollte das Museum unbedingt haben. Laut der „Neuen Züricher Zeitung“ kostete der Bau des Museums 30 Millionen Schweizer Franken. Der Businessplan für das Museum sah ein Besucheraufkommen von 20.000 Gästen pro Monat vor. Bis dato besuchten im Schnitt nur 11.000 Fußballbegeisterte das drittgrößte Museum Zürichs. (Neue Züricher Zeitung / FL)

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