Christian Jürgens und Villa Florhof gehen getrennte Wege
Die Villa Florhof in Zürich und Christian Jürgens haben ihre Zusammenarbeit noch vor der Eröffnung des Hauses beendet. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach hätten beide Seiten „nach reiflicher Überlegung gemeinsam entschieden, getrennte Wege zu gehen“. Wie das Gourmetmagazin Gault&Millau Schweiz berichtet, dankten die Parteien einander für die Zusammenarbeit in der Aufbauphase und wünschen sich für die Zukunft alles Gute.
Konkrete Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Gault&Millau Schweiz berichtet jedoch, dass sich in den vergangenen Wochen Missverständnisse zwischen den Beteiligten gehäuft hätten.
Umfassende kulinarische Verantwortung geplant
Die Trennung kommt überraschend nur wenige Tage vor der geplanten Eröffnung der Villa Florhof. Diese soll wie geplant am 1. August 2026 an den Start gehen.
Im September 2025 hatte die Lalique Group Christian Jürgens noch als Co-Gesamtleiter und kulinarischen Leiter der Villa Florhof vorgestellt. Jürgens sollte demnach als Executive Chef das gesamte gastronomische Angebot der Villa Florhof verantworten. Dazu gehörten das Frühstück, die Angebote der Bar und der Brasserie sowie das geplante Fine-Dining-Restaurant im ersten Stock.
Noch im März 2026 hatte der Spitzenkoch beim Gourmetfestival Culinary Heights in Andermatt Einblicke in seine Pläne gegeben und über den Aufbau seiner Küchenbrigade gesprochen. Für die Brasserie hatte er sich eine bodenständige Küche mit regionalen Bezügen vorgestellt. Als mögliche Gerichte nannte er unter anderem Zürcher Geschnetzeltes, Wurst sowie Knödel mit Pfifferlingen und Rahmsauce. Im Fine-Dining-Bereich wollte er an die kulinarische Handschrift seines früheren Restaurants am Tegernsee anknüpfen.
Geplanter Neustart nach turbulenter Zeit
Das Engagement in Zürich sollte für Jürgens einen beruflichen Neustart markieren. Zuvor war er Küchenchef und Geschäftsführer des Restaurants Überfahrt im Althoff Seehotel Überfahrt am Tegernsee. Das Restaurant war unter seiner Leitung mit drei Michelin-Sternen und 19,5 Punkten im Gault&Millau ausgezeichnet worden.
Im Jahr 2023 hatte der „Spiegel“ jedoch über Vorwürfe zum Umgang des Kochs mit seinen Mitarbeitern berichtet. Die Althoff Gruppe stellte Jürgens daraufhin frei.
Jürgens äußerte sich später selbstkritisch. Dass er Mitarbeitern mit seinem Verhalten einen Grund zur Beschwerde gegeben habe, beschäftige ihn und tue ihm leid. Zugleich erklärte er, dass auch falsche Vorwürfe erhoben worden seien, gegen die er sich zur Wehr setze.
Zwei Köche für die Brasserie
Trotz des Ausscheidens von Jürgens soll die Villa Florhof wie vorgesehen am 1. August 2026 die ersten Gäste empfangen. Die Gesamtleitung liegt bei Tanja Wegmann, die von Kilian Rainalter unterstützt wird.
Die Brasserie mit gutbürgerlicher Küche übernehmen John Schiffmann und Christian Hoffmann. Schiffmann war unter anderem im Becker’s in Trier, im Dolder Grand in Zürich und als Küchenchef im Restaurant Buech in Herrliberg tätig. Hoffmann sammelte Erfahrung im Palais Coburg in Wien sowie in mehreren Berliner Restaurants. Zuletzt arbeitete er als Souschef im Lorenz Adlon Esszimmer und im Restaurant Golvet.
Nachfolger für Signature Restaurant gesucht
Das Signature Restaurant im ersten Stock soll wie geplant erst im Spätherbst eröffnen. Wer dort künftig die kulinarische Leitung übernimmt und wie das Konzept nach dem Ausscheiden von Jürgens aussehen wird, ist noch nicht bekannt.
Die Villa Florhof wird von der Lalique Group betrieben. Die Immobilie befindet sich im gemeinsamen Eigentum von Lalique-Group-Verwaltungsratspräsident Silvio Denz und dem Unternehmer Peter Spuhler. Spuhler ist nicht am Betrieb des Hotels beteiligt.
(Gault&Millau Schweiz/Finews/SAKL)