Systemgastronomie

BdS und Gewerkschaft führen Sozialpartnergespräch

Der Bundesverband der Systemgastronomie und die Gewerkschaft NGG trafen sich zum ersten Sozialpartnergespräch der Branche, um die Auswirkungen der Corona-Krise gemeinsam zu analysieren.

Freitag, 03.07.2020, 10:31 Uhr, Autor: Thomas Hack
BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. (Foto: ©Bundesverband der Systemgastronomie/BdS)

BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. (Foto: ©Bundesverband der Systemgastronomie/BdS)

Die Systemgastronomie steht durch die Corona-Pandemie weiterhin vor großen Herausforderungen. Der Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben sich deshalb auf Initiative des BdS in der vergangenen Woche zu einem Sozialpartnergespräch in der NGG-Zentrale in Hamburg getroffen. Ziel des Gesprächs war es, die Auswirkungen der Coronakrise gemeinsam zu analysieren, aus den Erfahrungen der letzten Monate heraus zu lernen und geeignete Maßnahmen für die Zukunft zu diskutieren.

Schnelle Umsetzung einer freiwilligen Vereinbarung

Besonders hervorgehoben wurde dabei die schnelle und pragmatische Umsetzung einer freiwilligen Vereinbarung der Tarifpartner zur Einführung von Kurzarbeit sowie die Aufstockung des Kurzarbeitergelds auf 90 %. Beide Seiten waren sich einig, dass dies ein Paradebeispiel für die Stärke der Sozialpartnerschaft und ein wirksames Instrument in der Krise ist. Dadurch wurde einerseits den Unternehmen ermöglicht, vom Instrument der Kurzarbeit branchenweit Gebrauch zu machen und damit die Mitarbeiter zu halten, um im jetzigen Stadium der Corona-Lockerungen auf diese erfahrenen Mitarbeiter zurückgreifen zu können. Für die über 120.000 Beschäftigten der Branche war es andererseits ein positives Zeichen zur Arbeitsplatzsicherung.

Sozialpartnerschaft weiterstärken

Mit diesem erstmals in der Branche und in dieser Form stattgefundenen Gespräch ist das Ziel verbunden, die Sozialpartnerschaft weiter zu stärken und die Zukunft der Systemgastronomie zu gestalten. Unter anderem wurden gemeinsame Aktionen für Toleranz und gegen Rassismus sowie das beiderseitige Bekenntnis zur Ausbildungsförderung diskutiert. Die jüngst verabschiedete „Erklärung der Allianz für Aus- und Weiterbildung zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes“ traf bei den Sozialpartnern auf große Zustimmung. Die angedachten Maßnahmen sind das richtige Signal, das anspruchsvolle Berufsbild des Systemgastronomen sowie die Führungskräfte der Branche von morgen zu stärken und zu fördern.

Enge Abstimmung hinsichtlich Corona-Krise

Außerdem wurde vereinbart, die weitere Entwicklung der Coronakrise intensiv zu beobachten und eine enge Abstimmung dahingehend zu pflegen, dass bei einer erneuten Verschärfung der wirtschaftlichen Situation weitere Sozialpartnergespräche umgehend aufgenommen werden. „Gerade jetzt, in dieser Krisenzeit, ist ein kurzer Draht im gemeinsamen Interesse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer wichtig. Wir haben gezeigt, dass wir willens und in der Lage sind, uns für die Belange der Branche nachhaltig und mit viel Engagement einzusetzen und gemeinsam gute Lösungen zu finden. Darauf lässt sich aufbauen“, so BdS-Präsidentin Sandra Mühlhause nach dem Gespräch. Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG, sagte: „In einer für das Gastgewerbe elementaren Krise haben BdS und NGG Verantwortung übernommen und eine auch für andere Verbände und Arbeitgeber vorbildhafte Einigung erzielt. Mit der tariflichen Regelung zur Aufstockung des gesetzlichen Kurzarbeitergelds auf 90% wurde Arbeitslosigkeit verhindert und zehntausenden Beschäftigten, für die jeder Euro zählt, spürbar geholfen.“

 

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