Protest-Aktion

Aufregung um Lockdown-Boykott durch Gastronomen

Im französischen Nizza hat ein Lokalbetreiber trotz Lockdown sein Restaurant in aller Öffentlichkeit für Gäste geöffnet. Die Präfektur bezeichnete diesen Protest als „eindeutig militante Aktion“.

Freitag, 29.01.2021, 10:57 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein geöffnetes Restaurant

Ein französischer Restaurantbetreiber zeigte seinen Widerstand gegen den Lockdown durch die Öffnung seines Lokals. (Symbolbild © ant/stock.adobe.com)

In Frankreich herrscht derzeitig eine große Aufregung über die Protestaktion eines Lokals in Nizza. Entgegen aller Corona-Beschränkungen öffnete dieser Tage das Restaurant eigenhändig und lockte damit Dutzende Gäste zum Mittagessen an. „Ich kann es nicht mehr ertragen, meine leere Terrasse zu sehen. Das ist mein Widerstand“, soll er laut verschiedener Medienberichte dazu erklärt haben. Beim Servieren der Gerichte habe der Lokalbetreiber das Wort „Freiheit“ in die Menge gerufen. „Es war eindeutig eine militante Aktion“, zitierte die Zeitung „Le Parisien“ Benoît Huber, den Stabschef des Präfekten. Damit die Situation nicht eskaliere, habe die Polizei weitgehend nicht eingegriffen.

Restaurantbetreiber in Polizeigewahrsam

Die Präfektur kündigte jedoch an, dass alle, die identifiziert werden könnten, eine Geldstrafe zahlen müssten. Der Restaurantbetreiber wurde in Polizeigewahrsam genommen, ebenso wie ein Koch.  Die Empörung über das Verhalten des Gastronomen ist in Frankreich nun groß. Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi kritisierte die „Verantwortungslosigkeit dieses Gastronomen und seiner Kunden“. Der Beigeordnete Minister im Wirtschaftsministerium, Alain Griset, sagte: „Diese Art von Verhalten ist jedoch im Hinblick auf den gesundheitlichen Kontext unverantwortlich und respektlos.“ (dpa/TH)

 

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