Interview

„Wir sind sehr enttäuscht“

Im Interview mit HOGAPAGE spricht Ute Jacobs, Geschäftsführende Direktorin des Estrel Berlin über die Zeit des Lockdowns, die Politik und den Bau des Estrel Towers, der in diesem Jahr starten soll.

Mittwoch, 26.05.2021, 12:09 Uhr, Autor: Martina Kalus
Ute Jacobs, Geschäftsführende Direktorin des Estrel Berlin

Ute Jacobs ist Geschäftsführende Direktorin des Estrel Berlin. (Fotos: © Estrel Berlin)

Gegenüber des bestehenden Estrel Berlin soll mit 175 Metern Höhe und 750 Zimmern das höchste Hotel Deutschlands entstehen: Der Estrel Tower. Noch in diesem Jahr starten die Bauarbeiten, 2024 soll das Projekt abgeschlossen sein. Ob Corona den zeitlichen Ablauf stört und wie das Estrel bislang durch die Pandemie gekommen ist, erläutert Ute Jacobs, Geschäftsführende Direktorin des Estrel Berlin, im Interview.

Frau Jacobs, kann der Zeitplan für den Bau des Estrel Towers trotz Corona eingehalten werden?

Ja, Corona macht uns in diesem Fall keine Probleme. Wir arbeiten mit einem sehr erfahrenen Architektenteam sowie mit Projektplanern zusammen. Mit ihnen haben wir bereits mehrere Bauvorhaben erfolgreich und immer im gesetzten Zeitrahmen realisiert.

Wie bereiten Sie sich mit dem Estrel Hotel auf die Öffnung vor?

Um auf der großen Außenfläche ein Corona-konformes gastronomisches Angebot anbieten zu können, haben wir unseren Sommergarten neugestaltet. Außerdem sind wir mit einem eigenen Corona-Schnelltest-Zentrum im Haus bestens auf den Restart vorbereitet.

Fühlen Sie sich von der Politik ausreichend unterstützt?

Wir sind sehr enttäuscht, dass unsere Branche während der Krise kaum Beachtung findet. Wir hätten zumindest erwartet, dass der Senat einen Stufenplan zur Wiedereröffnung der Branche vorstellt. Diese Pläne liegen seit Dezember vom Dehoga vor.

Sind Staatshilfen bei Ihnen angekommen?

Die November-Überbrückungshilfe ist im März dieses Jahres angekommen. Zudem haben wir eine weitere Hilfe bis Juni bekommen. Allerdings muss die Wiederaufnahme des Geschäfts in den Fokus der Politik rücken.

Wo sehen Sie aktuell die größte Problematik?

Im Bereich der Tagungen und Kongresse benötigen wir statt pauschaler Personenobergrenzen eine Regelung, die in Abhängigkeit zum Flächenangebot, zu Lüftungsanlagen und Testungen festgelegt wird. Ansonsten werden die Kunden demnächst für Herbst und Winter vorsorglich stornieren. Das wäre ein Desaster.

Wie haben Sie die Zeit des Lockdowns genutzt?

Wir haben die Renovierung der Bäder fortgesetzt und zwei neue Property Management Systeme für die Zimmerreservierung sowie für den Tagungsbereich eingeführt. Zudem haben wir ein digitales Studio für das Streaming von Hybridevents eingerichtet und zur Komplettierung unseres Estrel Congress Centers (ECC) ein Auditorium für 800 Personen gebaut.

Wie halten Sie Ihre Mitarbeiter bei Laune?

Unsere Mitarbeiter halten wir regelmäßig durch kleine Videos, Mails und Briefe mit Botschaften der Geschäftsführung und der Abteilungsleiter auf dem Laufenden. Neben dem internen digitalen Mitarbeiter-Portal „Estrel Kit“ haben wir einen WhatsApp-Verteiler aufgebaut, um auf diesem Weg schnell und unkompliziert die Verbindung halten zu können.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Interessiert an einem Job oder einer Ausbildung im Estrel Berlin? Hier finden Sie alle derzeit offenen Stellenangebote.

(MK)

 

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