„Wir schaffen Strukturen, die Pflege- und Betreuungseinrichtungen spürbar entlasten“
Steigende Kosten, Fachkräftemangel und zunehmender wirtschaftlicher Druck stellen viele Einrichtungen vor große Herausforderungen. HOGAST Care unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe dabei mit persönlichen Ansprechpartnern, klaren Strukturen und umfassenden Serviceleistungen. Wie nachhaltige Einkaufsstrategien Betriebe spürbar entlasten können, erklärt Oliver Schnöll.
Herr Schnöll, Sie sind Geschäftsführer der HOGAST Care in Österreich – wie genau kann man sich Ihr Aufgabenbereich vorstellen?
Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, meinem Team die bestmöglichen Werkzeuge für die tägliche Arbeit zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig bin ich zentrale Anlaufstelle für alle Fragen, Anliegen oder Herausforderungen, die im Arbeitsalltag entstehen. Mir ist wichtig, nah an den Menschen zu sein – sowohl im eigenen Team als auch bei unseren Mitgliedsbetrieben – und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die wirklich funktionieren.
HOGAST Care, ehemals Handover, arbeitet häufig im Hintergrund. Warum ist diese Struktur für Gesundheits-, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen heute so entscheidend?
Ganz bewusst agieren wir nicht ausschließlich im Hintergrund. In Österreich betreuen vier Vertriebsmitarbeiter unsere Mitgliedsbetriebe direkt vor Ort und stehen ihnen im täglichen Betrieb als Ansprechpartner zur Seite. Gemeinsam werden konkrete Beschaffungsherausforderungen analysiert und gelöst. Ergänzend dazu arbeiten wir in regionalen Einkaufsgruppen, in denen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen mehrerer Einrichtungen übergeordnete Beschaffungsstrategien entwickeln. Diese Strategien verhandeln wir anschließend mit unseren Lieferpartnern und setzen sie professionell um. So entstehen effiziente Abläufe und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, von denen alle Beteiligten profitieren.
Die Kombination aus persönlicher Betreuung vor Ort und der fachlichen Unterstützung durch unser Team in der HOGAST-Zentrale ermöglicht uns, sowohl strategische als auch operative Herausforderungen effizient zu lösen.
Sie stehen in engem Austausch mit den Betrieben: Wo drückt wirtschaftlich aktuell der Schuh am meisten?
Wir befinden uns sowohl in Österreich als auch in Deutschland mitten im demografischen Wandel. Die Babyboomer-Generation tritt in den Ruhestand, während der Bedarf an Pflege- und Betreuung weiter steigt. Allein in Österreich werden bis 2030 mehr als 30.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Situation der Betriebe durch mehrere Faktoren belastet. Stark gestiegene Energiekosten, zusätzliche gesetzliche Abgaben, deutlich höhere Personalkosten im Pflege- und Sozialbereich sowie eine anhaltend hohe Inflation setzen Einrichtungen massiv unter Druck. Erschwerend kommt hinzu, dass der Staat in vielen Bereichen spart und damit kaum Entlastung schafft.
Was macht HOGAST Care aus Ihrer Sicht anders als klassische Einkaufsplattformen oder Lieferantenmodelle?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Kombination aus persönlicher Betreuung vor Ort und der fachlichen Unterstützung durch unser Team in der HOGAST-Zentrale. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, sowohl strategische als auch operative Herausforderungen effizient zu lösen. Dazu zählen unter anderem eine systematische Rechnungskontrolle auf Preis- und Konditionsebene, eine einheitliche Rechnungslegung mit Vorkontierung sowie umfangreiche Statistik- und Auswertungsdaten. Darüber hinaus setzen wir individuelle Ausschreibungen gemeinsam mit den Betrieben um und begleiten den gesamten Prozess – von der Planung bis zur Verhandlung mit den Lieferpartnern.