Interview

„Wenn Kunden sagen ‚Metro ist nicht mehr die Firma, die ich als Kind besucht habe‘ freut mich das“

Metro Österreich-Chef Xavier Plotitza sprach im Rahmen der „Alles für den Gast“-Messe mit HOGAPAGE über seine Bilanz nach einem Jahr im Amt, energieneutrale Märkte und neue Zielgruppen.

Donnerstag, 14.11.2019, 12:21 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Xavier Plotitza

Der gebürtige Franzose Xavier Plotitza zeichnet seit einem Jahr für den Erfolg von Metro Österreich verantwortlich. (© Fotostudio MCCAT)

HOGAPAGE: Herr Plotitza, Sie sind jetzt seit genau einem Jahr der CEO von Metro Österreich. Können Sie eine erste Bilanz über dieses Jahr ziehen?
Xavier Plotitza: Wir sind jetzt wieder sehr gut unterwegs. Wir haben in diesem Jahr sehr viel an den internen Strukturen geändert und sind jetzt viel besser aufgestellt und näher beim Kunden als noch vor einem Jahr. Key-Account-Management, Verkaufsleitung wurden etwa neu gestaltet und das war sehr wichtig für mich.
Auch unser Sortiment wurde teilweise neu gestaltet mit Fokus Food und Gastro-Artikel. Und der Ausbau unseres Kundenservices lag mir am Herzen. Wir haben etwa seit kurzem ein völlig neues Bestellportal, das sehr gut ankommt. Da sieht der Kunde auch jederzeit schon vorab die tagesaktuellen Preise der Artikel und kann uns vergleichen, wovor wir uns nicht scheuen.
Nicht zuletzt konnten wir einige namhafte Unternehmen überzeugen, mit Metro zu kooperieren, um noch mehr Services für unsere Kunden anbieten zu können, z. B. BAWAG, ÖMV oder Wien Energie.

Sie haben vor einem Jahr mit „Metro-Express“ einen 3-Stunden-Lieferservice angekündigt. Wie läuft dieses Projekt derzeit?
Bei den Märkten, wo wir das anbieten, läuft das sehr gut. Aktuell gibt es diesen Service in mehreren Märkten in Wien, Graz, Salzburg und Linz, aber da wir dabei mit lokalen Partnern zusammenarbeiten, wird dieses Angebot nur Step by Step ausgebaut.

Ein weiteres Thema, das Sie sich vor einem Jahr auf die Fahnen geschrieben haben, war Nachhaltigkeit bzw. Umwelt. Sind Sie hier mit den erreichten Zielen zufrieden?
Das Rad haben wir hier nicht neu erfunden, diese Thematik hatte schon unter meinem Vorgänger hohe Priorität. Neu ist allerdings, dass wir etwa unser Bio-Sortiment mehr als verzehnfacht haben. Das geht so gut, dass sogar die Kollegen von Metro Deutschland auf uns zugekommen sind, weil sie diese Produkte selber listen wollen.
Bei den Verpackungen kommen neuerdings wiederverwendbare Planen zum Einsatz statt Einmal-Plastikfolien für die Paletten. Da sparen wir etwa viele Tonnen an Plastikverpackung im Jahr ein.
Ein anderer wichtiger Punkt für uns ist Photovoltaik, das wir gemeinsam mit Wien Energie umsetzen und wo wir versuchen, den Energiebedarf eines Marktes komplett selbst über Solarenergie zu decken. Aktuell etwa am Standort St. Pölten, drei weitere Standorte sollen demnächst umgerüstet werden und für weitere drei Standorte liegen auch schon Pläne vor. Das wird nicht bei allen Märkten funktionieren, aber doch bei sehr vielen.

In der Vergangenheit hat sich Metro u.a. sehr im Frischfisch-Bereich engagiert. Ist Food nach wie vor Ihre Kernkompetenz?
Ja und nein. Es gibt Bereiche, wo andere – auch im Food – vielleicht besser aufgestellt sind als wir, es gibt etwa ein paar Getränkehändler, die in diesem Segment punkten können. Woran wir aber stark arbeiten, ist die Frage, wie wir die besten Produkte der Welt zu uns bringen können. Wir haben etwa ein exzellentes Tiefkühl-Sortiment an Desserts aus Frankreich und Italien, das sich exzellent verkauft, weil die Kunden wissen, dass sie hier tolle Qualität bekommen.  Aber wir sehen uns nicht als reiner Food-Spezialist, sondern wir bieten ebenso ein tolles Core-Sortiment im Non-Food-Bereich.
Oder eine weitere Neuerung sind die Startup-Regale, die wir anbieten. Mit denen haben wir auch eine neue, junge Zielgruppe im Fokus. Wenn junge Kunden sagen „wow, Metro ist nicht mehr die Firma, die ich mit meinen Eltern als Kind besucht habe“, dann freut mich das. Die neue Generation ist digital und produktaffin, lebt und arbeitet anders und diese Leute will Metro ebenso ansprechen.

 

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