Interview

Thomas Mack über das neue „Eatrenalin“ im Europa-Park

Fünf Jahre hat die Planung gedauert – am 4. November 2022 soll das neue Luxusrestaurant „Eatrenalin“ im Europa-Park Rust endlich öffnen. Was das Besondere an dem neuen Konzept ist und wie es damit weitergehen soll, verrät der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Mack im Interview mit HOGAPAGE.

Montag, 31.10.2022, 13:43 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Thomas Mack und Oliver Altherr

Thomas Mack (links) mit dem Vorstandschef des Schweizer Gastronomieunternehmens Marché International, Oliver Altherr (rechts). Gemeinsam entwickelten sie die Idee zum Eatrenalin. (Foto: © Europa-Park)

Herr Mack, welche Herausforderungen sehen Sie aktuell in der Erlebnisgastronomie und wie passt das Eatrenalin hier rein bzw. wie soll das Eatrenalin die Ansprüche der Gäste erfüllen?

Wir nennen es „Restaurant der Zukunft“ und der Gast der Zukunft will mehr geboten bekommen als einen Tisch, einen Stuhl und mehrere Speisen. Ein Restaurantbesuch muss künftig eine Sinnesreise sein, die alle Wahrnehmungsebenen anspricht. Der Gast taucht für mehrere Stunden in eine komplett andere Welt ein.

Ich nehme als Gast im „Floating Chair“ im Eatrenalin Platz – was passiert dann?

Während ihres Dinners im Eatrenalin durchqueren die Gäste insgesamt elf Räume. Die Reise durch Raum und Zeit beginnt in der „Lounge“ mit einem Glas Champagner und kleinen Köstlichkeiten zur Begrüßung. Ein erfrischendes Ritual reinigt im „Waterfall“ die Sinne und die Gäste streifen den Alltag regelrecht ab. Im Raum „Discovery“ nehmen die Gäste in den sogenannten „Floating Chairs“ Platz – die Sinnesreise beginnt. Danach „schwebt“ man in den Raum „Ocean“ – und damit in die Tiefen des Meeres. Anschließend erfolgt im Raum „Taste“ eine Geschmacksexplosion. Die Gäste probieren die Geschmacksrichtungen: süß, sauer, bitter und salzig. Der Raum verändert sich und passt sich den verschiedenen Aromen an. Aber auch die fünfte Dimension des Geschmacks wird nicht unterschlagen: Umami. Ihr ist ein eigener Raum gewidmet. Anschließend heben die Besucher im „Spaceship“ regelrecht ab. Nach dem Raketenstart gleitet man durch den „Weltraum“. Die Unendlichkeit des Alls und die Schwerelosigkeit nach Ankunft auf dem Mond erleben die Reisenden im „Universe“. Hier wird ein zweiter Hauptgang serviert. Wie dort wohl das Dessert schmeckt? Sehr fantasievoll! Das Genusserlebnis wird im Raum „Incarnation“ zur Vollendung gebracht. Nach rund zwei Stunden geht es per Fahrstuhl zurück in die Wirklichkeit und man gelangt in die Bar. Dort lassen die 200 Gäste, die Eatrenalin an einem Abend insgesamt bereisen können, ihren Ausflug durch Raum, Zeit, Fiktion und Geschmack ausklingen.

Welche Gerichte werden den Gästen während ihrer Reise durch das Eatrenalin serviert?

Kulinarisch werden die Gäste mit einem Acht-Gänge-Menü verwöhnt. Die Küche vereint moderne und internationale Einflüsse, passend zum jeweiligen Ambiente der Szenerie in den verschiedenen Genusswelten. Zur Auswahl stehen das „Red Dimensions“-Menü und das „Green Dimensions“-Menü.

Der Gast nimmt Platz, die Sessel fahren selbstständig. Aber wie gelingt es den Kellnern dabei, ohne Unfall den Gästen das Menü zu servieren?

Alle Abläufe sind exakt aufeinander abgestimmt und das perfekte Zusammenspiel aus Technologie, Fahrsystem, Service und Küche sorgt dafür, dass die Experience reibungslos funktioniert.

Wie groß ist die Hoffnung, einen Michelin-Stern für das neue Erlebnisrestaurant zu erhalten?

Ein Michelin-Stern ist nicht unser erstes Ziel. Der kann kommen, muss aber nicht. Entscheidend ist, dass wir unseren Gästen eine erstklassige Qualität anbieten und diese rundum zufrieden und begeistert sind.

Inwiefern wird eine Expansion des Eatrenalin-Konzepts angestrebt?

Nach der Eröffnung des Eatrenalin im Europa-Park Erlebnis-Resort in Rust ist langfristig der internationale Roll-Out in den Metropolen der Welt geplant. Die potenziellen Investoren erwarten wartungsarme, sichere und bedienungsfreundliche Systemkomponenten, exzellenter Content und Story-Welten, innovative und individualisierte Foodkonzepte, schlanke und automatisierte Abläufe im Gastronomie-Betrieb sowie einen modernen Marketing- und Kommunikationsmix.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Mack!

(SAKL)

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