Studie

Zwei Millionen Deutsche geben kein Trinkgeld

Ein junges Pärchen an einem Restauranttisch
Die Hälfte der Bundesbürger geht regelmäßig ins Restaurant. Doch ganze drei Prozent sehen es nicht ein, dem Kellner Trinkgeld zu geben. (© JackF/Fotolia)
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, wie oft die Deutschen ein Restaurant aufsuchen, wie viel sie dort durchschnittlich ausgeben – und wie spendabel sie beim Trinkgeld sind.
Dienstag, 23.04.2019, 10:11 Uhr, Autor: Thomas Hack

Mindestens einmal im Monat speist gut die Hälfte der Bundesbürger (52 Prozent) im Restaurant. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. 18 Prozent der Bundesbürger gehen demnach zwei bis dreimal im Monat essen, 8 Prozent einmal in der Woche oder noch häufiger. Die Gruppe derjenigen, die mindestens wöchentlich ins Restaurant gehen, ist bei den jüngsten Befragten am größten: So sagen 12 Prozent der unter 25-Jährigen von sich, dass sie in jeder Woche mindestens einmal essen gehen – bei den über 55-Jährigen sagen das nur 6 Prozent. Gefragt wurde nach Besuchen in Restaurants mit Am-Platz-Service, in denen frisch gekocht wird.

30 Minuten Wartezeit sorgt bei der Mehrheit für Ärger
Langes Warten mit leeren Bäuchen mögen die allermeisten gar nicht: Zwei Drittel ärgern sich, wenn ihr warmes Essen nicht nach längstens 30 Minuten auf dem Tisch steht (64 Prozent). Dabei sind Frauen weniger tolerant als Männer, ältere Befragte deutlich ungeduldiger als jüngere. Ein Drittel der Befragten nimmt 45 Minuten Wartezeit oder mehr hin (32 Prozent). Eine Wartezeit von einer Stunde akzeptieren noch 5 Prozent. Was darf es kosten? Für ein warmes Hauptgericht geben die meisten Befragten üblicherweise nicht mehr als 15 Euro aus (54 Prozent). Bei jedem Zehnten stehen laut der Umfrage normalerweise über 20 Euro allein fürs Essen auf der Rechnung (11 Prozent).

Rund drei Prozent der Deutschen geben kein Trinkgeld
Die Frage nach dem angemessenen Trinkgeld ist vermutlich so alt wie das Essengehen selbst. Gefragt, wie viel Trinkgeld sie – bei zufriedenstellendem Essen und Service sowie bei 50 Euro Rechnungssumme – geben würden, antworten die sparsamsten 13 Prozent „unter 2 Euro“, was bis zu 4 Prozent der Rechnungssumme entsprechen würde. 75 Prozent der Befragten würden zwischen 2 und 5 Euro geben, 4 Prozent der Befragten auch mehr. „Ich gebe generell kein Trinkgeld“, sagen 3 Prozent von sich, was immerhin einer Zahl von etwa 2 Millionen Staatsbürger entspricht. Werden sie von einem Kellner an einem Tisch platziert, an dem schon fremde Gäste sitzen, nehmen dies 59 Prozent der Befragten hin, wenn auch zumeist ungern. Ein Drittel (34 Prozent) findet das Bei-Fremden-am-Tisch-platziert-werden inakzeptabel und würde sich beschweren.

Keine große Veränderungen beim Service
Die Urteile über die Servicequalität in den deutschen Restaurants halten sich in etwa die Waage: Während 15 Prozent finden, dass der Service zuletzt eher schlechter geworden ist, meinen 14 Prozent, der Service sei eher besser geworden. 59 Prozent können keine große Veränderung feststellen. Die Zahl der Restaurants in Deutschland geht seit Jahren zurück: Gut 85 000 waren es 2008, noch gut 72 000 acht Jahre später, wie das Statistische Bundesamt zählte. Dafür stieg die Zahl der Cafés und Imbissstuben. Gut 1,25 Millionen Menschen sind in der deutschen Gaststättenbranche beschäftigt. (dpa/TH)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Ein Pärchen im Restaurant
Studie
Studie

Valentinstag: So viele Deutsche planen einen Restaurantbesuch

Valentinstag bleibt ein wichtiger Umsatztreiber für die Gastronomie. In diesem Jahr wollen mehr als die Hälfte der Deutschen an diesem Tag auswärts essen, so eine OpenTable-Studie. Gleichzeitig verändern sich die Rituale: Galentine’s Day, Gruppen-Dinner und Solo Dining liegen im Trend.
Gruppe im speist im Restaurant
Umfrage
Umfrage

Skepsis zur Mehrwertsteuersenkung: Steuerfreier Essenszuschuss könnte helfen

Genuss statt Schnell-Imbiss: In der Mittagspause legen die Deutschen immer mehr Wert auf Qualität statt auf Schnelligkeit, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Die Studie liefert zudem eine Überraschung: Ein steuerfreier Essenszuschuss könnte die Unterstützung lokaler Restaurants mehr als verdoppeln – trotz der Skepsis der Gäste gegenüber der geplanten Mehrwertsteuersenkung auf Speisen ab 2026.
Ein Mann, der alleine isst.
Studie
Studie

Solo-Reisen und -Restaurantbesuche liegen im Trend

Das Reisen allein wird bei den Deutschen immer beliebter. Auch Solo-Restaurantbesuche genießen die Deutschen immer mehr. Das hat eine aktuelle Studie herausgefunden. 
Mann, der allein im Restaurant speist
Studie
Studie

Solo-Restaurantbesuche liegen im Trend

Immer mehr Deutsche genießen ihre Restaurantbesuche allein – und zwar nicht aus Einsamkeit, sondern als Teil ihrer Selbstfürsorge. Diese Erkenntnisse bieten Gastronomen wertvolle Chancen, ihre Konzepte entsprechend anzupassen.
Gelangweilte Frau in einem Lokal blickt auf ein leeres Glas
Dinner for One
Dinner for One

Wer geht allein essen?

Es gibt Dinge, die machen die meisten nicht so gern allein. Eine Weltreise, Weihnachten feiern oder eben ins Restaurant gehen. Aber wer sind die, die es doch tun?
Denis Feix beim Anrichten
Neuausrichtung
Neuausrichtung

Sternerestaurant „Marburger Esszimmer“ schließt

Trotz großer Anerkennung durch Gäste, Fachpresse und renommierte Gourmetführer konnte sich das anspruchsvolle Green-Fine-Dining-Konzept des „Marburger Esszimmers“ regional nicht etablieren. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant schließt – eine neue Ausrichtung ist jedoch angestrebt. 
Sophie Lehmann und Thomas A. Imbusch
Saisonalität
Saisonalität

Vier Jahreszeiten, vier Menüs: Restaurant 100/200 Kitchen startet neuen kulinarischen Zyklus

Wenn die Natur den Takt vorgibt: Mit dem Menü „Feld & Flur“ startet das Hamburger Zwei-Sterne-Restaurant 100/200 Kitchen in einen neuen kulinarischen Jahreszyklus. Küchenchef Thomas A. Imbusch setzt dabei auf ein konsequent saisonales Konzept mit vier Menüs im Rhythmus der Natur.
Andreas Caminada
Einigung
Einigung

Kehrtwende: Andreas Caminada bleibt im Grand Resort Bad Ragaz

Es war ein Paukenschlag: Nach zehn Jahren verkündete das Grand Resort Bad Ragaz, dass es sich von Spitzenkoch Andreas Caminada trennen würde. Jetzt konnten sich beide Parteien doch auf ein Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen. 
Alex am Rothenbaum
Rückkehr
Rückkehr

Hamburg hat wieder zwei Alex: Neueröffnung am Rothenbaum

Seit dem 29. Januar 2026 ist das neue „Alex am Rothenbaum“ eröffnet. Nach dem Aus im Alsterpavillon im Oktober 2025 ist das Konzept damit nun wieder mit zwei Gastronomien in der Hansestadt vertreten.