Meinung

Tim Raue rechnet mit Corona-Pleitewelle in der Gastro

Um die deutsche Gastronomie ist es nach Corona schlecht bestellt – und auch die Sternegastronomie stehe vor einem Strukturwandel, ist sich Spitzenkoch Raue sicher. Mit Blick auf die Pandemie übt er Kritik an der Gesellschaft – auch an sich selbst.

Freitag, 19.06.2020, 07:48 Uhr, Autor: Kristina Presser
Tim Raue

Spitzenkoch Tim Raue sieht die Branche nach Corona vor einer großen Herausforderung. (Foto: ©picture alliance/Fotostand; Fotostand/Meyer)

Für die Gastronomie in Deutschland sieht es durch die neue Arbeitswelt, Homeoffice, Rezession und den fehlenden Tourismus nach der Corona-Krise schlecht aus, meint Spitzenkoch Tim Raue. „In den nächsten Wochen wird sich leider ganz brutal zeigen, wer sich überhaupt behaupten kann“, sagte er jetzt dem Nachrichtenmagazin Focus. In der Sternegastronomie erwartet Raue einen Strukturwandel zu mehr Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung: „Die Gäste möchten nicht mehr einfach nur gut essen. Sie wollen ein gastronomisches Produkt, mit dem sie sich identifizieren können“, erklärt Raue.

Insgesamt hofft der Berliner Gourmetkoch und Restaurantbesitzer auf eine langlebige Veränderung der Gesellschaft durch die Corona-Krise. „Auf mich wirkt diese Pandemie wie eine wirklich satte Backpfeife des Planeten.“ Corona habe gezeigt, dass man nicht alles brauche, von dem man geglaubt hatte, es zu brauchen. „Wir haben weit über unsere Verhältnisse gelebt“, ist sich Raue sicher. Damit schließt er sich selbst mit rund 150 Flügen pro Jahr mit ein.
(dpa/KP)

 

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