Vorsicht auf Bali

Skandal: Touristen wird Hundefleisch als Hühnchen verkauft

Auf Bali müssen Tierfreunde und nervöse Mägen jetzt starke Nerven zeigen. Was den Touristen als Hühnchenspieße verkauft wird, entpuppt sich nach Recherchen der Tierschutzorganisation „Animals Australia“ als ein ganz anderes Fleisch, das unter erschreckenden Umständen produziert werde.

Donnerstag, 22.06.2017, 10:08 Uhr, Autor: Felix Lauther
Hühnerspieß auf Grill

Auf der Urlaubsinsel Bali wird den Touristen am Strand ein Hühnchenspieß ohne Hühnchenfleisch verkauft, wie „Animals Australia“ herausgefunden hat. (© shantihesse / fotolia)

Unwissende Touristen haben statt leckeren Hähnchenspießen mit Erdnusssoße Hundefleisch gegessen. Fliegende Händler ziehen diesen dreisten Verbrauchernepp auf der beliebten Ferieninsel Bali ab. Die Insel gehört zu Indonesien und liegt im Indischen Ozean.

Das Fleisch, das die Kriminellen an die geprellten Touristen verkaufen, stammt von Hunden, die unter brutalen und unethischen Umständen gefangen und getötet wurden. Nach Berichten der australischen Tierschutzorganisation „Animals Australia“ erleiden die Tiere ein wahres Martyrium, bis sie tot sind und als billiges Fleisch verkauft werden. Vier Monate schleusten sich die Tierschützer in den Verbrecherring ein und deckten erschütternde Fakten auf. So werden ca. 70.000 Hunde auf die Schlachtbank geführt. Die Tötungsmethoden und Verarbeitung filmte der Undercover-Ermittler. Der australische Fernsehsender „ABC“ berichtete von der Recherche der „Animals Australia“.

Das Hundefleisch wird vor Ort umgepackt
Wie Bild.de schreibt, sei der Verzehr von Hundefleisch auf Bali nicht verboten. Entsprechendes Fleisch muss aber mit den Buchstaben „RW“ (für „Rintek Wuuk“, übersetzt: Hundefleisch) ausgezeichnet werden. Der perfide Trick der Verkäufer: Sie fahren mit ihren Mofas und den korrekt beschrifteten Essensboxen Richtung Strand, packen die Speisen aber dann in unbeschriftete Behältnisse um, wie Bild.de weiter berichtet. Wer als Tourist wissen will, um welches Fleisch es sich bei den „Saté“-Spießen“ handle, dem wird die Ware als reines Hühnchenfleisch angepriesen. Restaurants auf der Insel sollen in den Fleischskandal ebenfalls verwickelt sein.

Brutale Tötungsmaschinerie
Wie der verdeckt ermittelnde Tierschützer dokumentiert hat, werden die Hunde gefangen, geknebelt und ohne Futter oder Wasser in kleine Käfige eingepfercht. In ihrem eigenen Urin und Kot vegetieren die Tiere dahin. Bevor ihr Fleisch als Hühnchenspieße verkauft wird, schlagen die Händler die Hunde tot, erdrosseln oder vergiften sie. Auch Welpen werden Opfer der brutalen Tierquäler. Es gibt auch Vierbeiner, die nicht so lange leiden müssen: sie werden gleich erschossen. Vor einer öffentlichen Zurschaustellung der Kadaver sollen die Tierquäler zum Teil auch keinen Halt machen. Es gebe Bilder, wo die Tiere an Laternen aufgehängt werden.

Was ist ein Hundeleben auf Bali monetär wert? Nach dem Bericht von Bild.de gerade einmal 100.000 Indonesische Rupien. Das sind umgerechnet 7 Euro… (Bild.de / „ABC News“ / FL)

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