Gesundheit

Schummelnüsse und Fuselwein aus dem Verkehr gezogen

Da kann einem schon der Appetit vergehen: Lebensmittel sind in das Visier krimineller Netzwerke geraten. Es geht nicht nur um Betrug, auch die Gesundheit der Gastro-Gäste ist in Gefahr.

Mittwoch, 26.04.2017, 11:52 Uhr, Autor: Felix Lauther
Koch pustet in dampfenden Kochtopf

Europol-Fahnder entdeckten bei einer konzentrierten Aktion tonnenweise gefälschte Lebensmittel, die auch auf dem Weg auf deutsche Teller waren. (© lassedesignen / fotolia)

Vom falschen Brühwürfel bis zum alten Fisch: Europol und Interpol haben gefälschte Lebensmittel im Gesamtwert von 230 Millionen Euro beschlagnahmt, die auch eine Gefahr für die Gesundheit sein könnten. Das teilte die europäische Polizeibehörde am Dienstag in Den Haag mit. Betrüger in Portugal etwa verpackten 300.000 Sardinendosen kurz vor Ablauf des Verfallsdatums neu, um Frische vorzutäuschen. In der italienischen Toskana kamen Fahnder Panschern auf die Spur, die Rotwein mit purem Alkohol versetzten.

Gesundheitsgefährdende Haselnüsse, Olivenöl und Mineralwasser
Banden fälschen Alltagsprodukte wie Mineralwasser, Brühwürfel oder Olivenöl, aber auch Luxusgüter wie Weine und Kaviar. Die Produkte könnten sehr schädlich für die Gesundheit von Verbrauchern sein, erklärte Europol.

So entdeckten deutsche Ermittler einen Betrug mit Nuss-Produkten, die gefährlich für Allergiker sein können. Zum Beispiel waren einer Ladung von 1.300 Kilo gemahlener Haselnüsse acht Prozent Erdnüsse beigemischt. „Bei 500 Kilo Haselnusspaste aus Italien wurden Anteile von bis zu 45 Prozent Cashewkernen nachgewiesen“, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Bei einer anderen Sendung Haselnusspaste aus Italien wurden rund 27 Prozent Mandeln ermittelt. „Aufgrund der Höhe der festgestellten Anteile ist in allen Fällen von einer absichtlichen Zugabe auszugehen“, betonte das BVL mit Sitz in Braunschweig und Berlin. Wegen Gefahren für Allergiker werden die betroffenen Waren aus dem Handel genommen. Die deutschen Behörden hatten Hinweise bekommen, dass bei Nuss-Erzeugnissen vermehrt Manipulationen geplant seien. (dpa / FL)

Weitere Themen