Bürgerbegehren

Oktoberfest 2017: Anwohner beschweren sich bereits

In acht Monaten beginnt in München wieder das größte Volksfest der Welt. Die Anwohner rund um die Theresienwiese beklagen sich jetzt schon über die langen Auf- und Abbautzeiten der Gastro-Zelte.

Dienstag, 24.01.2017, 14:43 Uhr, Autor: Felix Lauther
Zeichnung Mann in Tracht mit leerem Bierkrug

© shockfactor.de / fotolia

Der Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt in München setzt der Stadt die Pistole auf die Brust. Sie wird aufgefordert, die Auf- und Abbauten der Zelte und Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest zeitlich zu verkürzen. So soll nach dem Willen des Ausschusses, der sich für die Belange der Anwohner einsetzt, zudem die Theresienwiese ganzjährig passierbar gemacht werden – unabhängig von Großveranstaltungen wie z. B. der „Wiesn“. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer Online-Ausgabe.

Das wollen die Anwohner
Hauptproblem der genervten Anwohner: die neuen Sicherheitsvorkehrungen nach dem Münchner Amoklauf im Sommer, sowie den Terroranschlägen in Europa, haben die Lage für die Anwohner „deutlich verschärft“. Sie leiden unter den vielen Menschenmassen und den Begleiterscheinungen wie nächtlichem Lärm und den Müllbergen rund den Festplatz. Sie fühlen sich ausgesperrt, denn Sicherheitszäune und andere Baumaßnahmen der Stadt machen eine tägliche Nutzung der Theresienwiese als Gehweg zur Arbeit, Schule oder in benachbarte Areale komplizierter, weil dadurch Umwege gelaufen werden müssten, wie der BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt in seinem Anliegen erklärt. Zudem nutzen einige Anwohner das Gelände für ihre Spaziergänge oder sportlichen Aktivitäten.

Die Stadt München hat einen schweren Stand im Viertel. Viele Lokalpolitiker lehnen Veranstaltungen ab, weil sie der „Kommerz“, Müll sowie das große Verkehrsaufkommen und die langen Auf- und Abbauarbeiten stören, wie die SZ weiter schreibt.

Folgen für Gastro-Unternehmer
Was bedeutet das Bürgerbegehren jedoch für die zahlreichen Gastronomen und Schausteller auf dem Münchner Oktoberfest? Finden die Beschwerden der Bewohner rund um die Theresienwiese Gehör, hätte dies weitreichende Folgen für die gastronomischen Betriebe auf der Wiesn. Kürzere Aufbau- und Abbauzeiten würden die Kosten für gastronomische Unternehmer wie Feinkost Käfer deutlich erhöhen. Sie müssten mehr Personal einstellen, damit der Auf- und Abbau ihrer Zelte schneller vonstatten geht. Würde das Oktoberfest zeitlich eingestampft werden, fielen zudem wichtige Einnahmen weg. (sueddeutsche.de / FL)

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