Muslime

Burkaverbot sorgt für Unruhe unter Touristikern

Das im aktuellen österreichischen Regierungsabkommen festgelegte Verbot von Burka, Niqab & Co. im öffentlichen Raum stößt bei einigen heimischen Touristikern auf Unverständnis und Kritik. Man hat Angst vor dem Ausbleiben finanzkräftiger Gäste aus dem arabischen Raum.

Mittwoch, 01.02.2017, 10:30 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Frauen mit Burka

Das geplante Burkaverbot könnte sich auf den Tourismus negativ auswirken. (© Wikimedia)

Nach dem Willen von SPÖ und ÖVP soll künftig das Tragen von Gesichtsschleiern wie Burka oder Niqab mit einer Strafe von 150 Euro belegt werden. Bei einer Weigerung, den Gesichtsschleier abzunehmen, ist es den Polizisten erlaubt, die betroffene Frau auch auf eine Polizeistation mitzunehmen. In der Tageszeitung Kurier machten allerdings einige Touristiker ihrem Unmut Luft. Denn die arabischen Touristen zählen zu einer stark wachsenden Gästegruppe und gelten überdies als überdurchschnittlich ausgabefreudig: „Ein Burkaverbot schadet unserem Image“, meinte etwa Markus Grießler, Tourismusobmann der Wirtschaftskammer Wien. Und Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) ergänzt: „Ich habe Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung. Aber so eine Symbolpolitik reißt Gräben auf, die der Tourismus in den vergangenen Jahren versucht hat, zu schließen.“

Kritik kommt auch von Sepp Schellhorn, Wirtschaftssprecher der NEOS, selber Hotelier und ehemaliger ÖHV-Präsident: Es werde im Ausland darüber geschrieben und wenn es wirklich zu dem Verbot komme, rechne er fest mit Rückgängen bei arabischen Gästen. Skeptisch gibt sich laut Kurier außerdem Dieter Fenz, General Manager im Vienna Marriott Hotel: „Die Sorge ist da, dass sich Araber durch so ein Verbot nicht mehr willkommen fühlen und in ein anderes Land fahren.“ Rund 30 Prozent der arabischen Frauen im Marriott würden eine Burka oder einen Niqab tragen. Meistens reisten diese Gäste in Großfamilien mit bis zu zwölf Personen, samt Mutter und Nanny. Ein Wegfall würde schmerzen. Denn gerade in den Sommermonaten sei der Anteil der Araber inzwischen eine wesentliche Umsatzgröße. (CKR)

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