Skandal

Airbnb: Rassistische Gastgeberin lässt Studentin im Schneesturm stehen

Eine Airbnb-Gastgeberin aus dem kalifornischen San Bernadino ließ eine Amerikanerin asiatischer Herkunft im Freien frieren, anstatt ihr den Schlüssel für die gebuchte Wohnung zu übergeben. Als Grund für die perfide Absage brachte die Vermieterin Donald Trump ins Spiel.

Dienstag, 11.04.2017, 11:05 Uhr, Autor: Felix Lauther
Weinende Asiatin Studentin Dyne Sue

Studentin Dyne Sue erlebte in den kalifornischen Bergen bei San Bernadino eine rassistische Beleidigung mit Folgen. (© Hashtag Re-Hash / YouTube)

Studentin Dyne Sue ist US-Amerikanerin asiatischer Abstammung. Mit ihrer Buchung über Airbnb freute sich die 25-jährige Studentin auf einen gepflegten Ski-Urlaub am Big Bear Lake in den Bergen von San Bernadino. Kurz vor der Erfüllung ihres romantischen Wochenendes auf der Berghütte, musste Dyne Sue jedoch eine demütigende Erfahrung machen.

Wie die „Washington Post“ berichtet, bestätigte die Gastgeberin namens „Tami“ auf Airbnb den Aufenthalt der Studentin und ihrer zwei Begleiter. Am Ankunftstag der kleinen Reisegruppe im Ort Running Springs setzte heftiger Schneefall ein. Gebucht hatten die Drei die Unterkunft „Tree House Loft an Private Bathroom“. Dort angekommen nahm Sue dann über die Airbnb-App Kontakt mit der Gastgeberin auf, um dieser ihre Ankunft mitzuteilen und die Schlüssel für die Berghütte entgegen zunehmen – mit bösen Folgen, wie „Stern.de“ in Bezug auf die „Washington Post“ berichtet. Die Kontaktaufnahme beantwortete „Tami“ nämlich mit folgenden Zeilen: „Wenn du denkst, vier Personen und zwei Hunde erhalten ein Zimmer für 50 US-Dollar in der Hochsaison, dann täuschst du dich gewaltig.“

Gastgeberin hasst Asiaten
Dyne Sue versucht daraufhin die Wogen zu glätten und eine Reservierungsänderung per Screenshot an die Frau weiterzuleiten. Anstatt sich zu beruhigen, wütet die Gastgeberin weiter und beschimpft Sue immer heftiger: „Mach nur weiter so. Ich würde dir die Berghütte auch nicht vermieten, wenn du die letzte Person auf der Erde wärst. Ein Wort erklärt alles: Asiatin.“ Sue versucht sich zu rechtfertigen und erklärt der rassistischen Frau, dass sie Amerikanerin sei und kurz vor ihrer Promotion als Juristin stehe.

Eine Schlüsselübergabe findet nicht statt und der Schneefall wird immer ungemütlicher. Eine Rückfahrt aus dem winterlichen Gebiet ist für die Studentin und ihre Begleiter laut dem Bericht der „Washington Post“ nicht mehr möglich. Aus Wut und Verzweiflung postet Sue den Verlauf des Chats mit der Frau auf ihrem Facebook-Account. „Ich hatte gerade eine Airbnb-Absage und wurde mit Rassismus überschüttet.“

Hashtag Re-Hash / YouTube)

Airbnb zeigt Kulanz
Steve Kuzj vom TV-Sender „KTLA5“ ist auch direkt vor Ort, weil er über den der über den Wintereinbruch berichtet. Er ergreift die Gelegenheit beim Schopf und interviewt Dyne Sue. Er nimmt die Studentin mit seinem privaten Smartphone auf und stellt den Clip auf YouTube. „Das schmerzt, nachdem ich in den USA schon seit 23 Jahre lebe“, sagt Sue sichtlich gezeichnet von der Situation.

Airbnb hat auf den Fall reagiert und den Account von „Tami“ gesperrt. Die Miete wurde Dyne Sue mittlerweile erstattet. Nach mehrstündiger Suche habe die Reisegruppe in dem winterlichen Ort doch noch eine alternative Unterkunft gefunden. (Stern.de / Washington Post / FL)

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