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Tim Mälzer: Dokumentation zur Inklusion in der Gastronomie

In der dreiteiligen Doku „‚Zum Schwarzwälder Hirsch‘ – eine außergewöhnliche Küchencrew und Tim Mälzer“ will der Fernsehkoch Menschen mit Down-Syndrom an den Restaurant-Service und die Arbeit in der Küche heranführen.

Freitag, 30.09.2022, 12:27 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Tim Mälzer und Tanino

Tim Mälzer (rechts) mit Tanino (links), einem der Protagonisten der Doku-Reihe „‚Zum Schwarzwälder Hirsch‘ – eine außergewöhnliche Küchencrew und Tim Mälzer“. (Foto: © RTL / Thomas Niedermüller)

Das Hofgut „Himmelreich“ im Breisgau ist eines der ersten inklusiven Unternehmen in Deutschland. Hier arbeiten knapp die Hälfte der Angestellten in der Gastronomie mit einer Schwerbehinderung, um sie fit für den Ausbildungs-/Arbeitsmarkt zu machen.

„Wir wollen beweisen, dass Mitmenschen mit einer Beeinträchtigung genauso ihren Beitrag zu einem Unternehmen liefern können“, erzählt der Geschäftsführer der Diakonie-Einrichtung, Albrecht Schwerer.

„Ich habe keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse“

Mit der dreiteiligen Dokumentation „‚Zum Schwarzwälder Hirsch‘ – eine außergewöhnliche Küchencrew und Tim Mälzer“ soll jetzt noch mehr möglich werden.

„Wir wollen 13 Menschen, die das Down-Syndrom haben, an den Restaurant-Service und die Arbeit in der Küche professionell heranführen. Mein Bestreben ist es, mit der Crew in der Küche zu arbeiten – und ich habe selbst noch keine wirkliche Ahnung, worauf ich mich da einlasse“, so Mälzer.

„Aber ich freue mich, dem wichtigen Thema Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt mit diesem Projekt Aufmerksamkeit verleihen zu können. Denn auch in der Gastronomie ist Platz für jedes Talent und jeden Charakter“, verrät Tim Mälzer zum Start des ambitionierten Projekts.

Schauspieler André Dietz mit dabei

Unterstützung erhält er dabei nicht nur vom „Himmelreich“ und seiner angeschlossenen Akademie, sondern auch von Schauspieler André Dietz. Dessen Tochter kam mit dem Angelman-Syndrom zur Welt – er weiß, welche Herausforderung vor ihnen liegt:

„Wir haben ganz persönlich über die Jahre gemerkt, wie Inklusion in Deutschland funktioniert. Nämlich gar nicht mal so gut. Und deswegen wollte ich unbedingt mitmachen. Wir werden hier eine Gruppe von Menschen dazu bringen, so ein Ding allein zu rocken.“

„Ich will raus in die Freiheit“

Innerhalb von nur drei Monaten lernen die Teilnehmer, möglichst selbstständig in den Bereichen Service und Küche zu arbeiten – und sind dafür teilweise das erste Mal von zuhause weg. Eine große Aufgabe, die zeigen kann, wozu die Teilnehmer mit der notwendigen Unterstützung fähig sind und was es braucht, um sie fit für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu machen.

„Ich will nicht mehr in Werkstätten arbeiten. Ich will raus in die Freiheit. Ich kann nichts dafür, dass ich behindert bin. Am liebsten würde ich ein eigenes Hotel aufmachen“, sagt die 42-jährige Sarah aus München über die Gründe ihrer Teilnahme.

Ab dem 24. Oktober 2022 zeigt Vox in der dreiteiligen Dokumentation, wie sich die Teilnehmer als Gastro-Crew geschlagen haben.

(ots/SAKL)

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