Schnäppchenjäger

Sterne-Restaurant: Gäste reißen sich um das Inventar

Das Zwei-Sterne-Restaurant „Résidence“ hat Schluss gemacht und das auch mit seiner Einrichtung. Nach der Schließung bot das Restaurant Porzellan, Besteck und Deko zu Sonderpreisen an. Schnäppchen- und Souvenirjäger rannten dem „Résidence“ die Eingangstüren ein.

Montag, 09.01.2017, 12:09 Uhr, Autor: Felix Lauther
Restaurant Résidence

© Hotel & Restaurant Résidence (Facebook)

Eine ganz andere Form des Gästestroms musste das Essener Zwei-Sterne-Restaurant „Résidence“ am ersten Januar-Wochenende bewältigen. Nach der Schließung des Gourmet-Tempels boten die Betreiber das Inventar und die Einrichtung zum Verkauf an. Zahlreiche Schnäppchen- und Souvenirjäger kamen und sorgten dabei fast für einen Abbruch der Verkaufsveranstaltung, wie die Westdeutsche Zeitung (WAZ) in ihrer Online-Ausgabe berichtet. „Unfassbar“, nannte Inhaber Berthold Bühler den starken Andrang hunderter Schau- und Kauflustiger. In den umliegenden Straßen des Stadtteils Kettwig sei es zu massiven Verkehrsbehinderungen gekommen. Bereits eine Stunde vor Öffnung des Restaurants bildete sich eine lange Schlange. Als die Türen aufgingen, strömten nach Angaben der WAZ die ersten 200 Menschen in die Résidence. „Daraufhin mussten wir aus Sicherheitsgründen erstmal die Tür schließen“, wie Bühler weiter erklärt. Während Souvenirjäger dem altehrwürdigen Ruf der Feinschmecker-Küche aus dem Kellergeschoss folgten, versuchten Schnäppchenjäger hochwertiges Geschirr und Besteck zu günstigen Preisen abzustauben.

Lange Schlangen für 5.000 Teller
Berthold Bühler verschlug es fast die Sprache, wie er der WAZ weiter erklärt. Trotz eisiger Temperaturen brach die Schlange vor dem Restaurant an beiden Verkaufstagen nicht ab. Um die Stimmung der Wartenden hoch zu halten, schenkten Bühler und sein Team Glühwein aus. Wer es dann endlich in den Gastraum des Jugendstilgebäudes geschafft hatte, der konnte zwischen 5.000 Tellern, 6.000 Gläsern, kostbarem Silberbesteck und teuren Küchengeräte sein persönliches Mekka finden. Aber auch Haarsiebe und Schlagkessel gingen wie geschnitten Brot über den Verkaufstisch. Somit lebt der Geist des ehemaligen Edel-Restaurants nun in so mancher Hobby-Küche des Ruhrgebiets weiter.

 

 

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