Vor dem G20-Gipfel

„Saufen gegen Trump“: Die gastronomische Antwort auf den G20-Gipfel

Am kommenden Wochenende findet in Hamburg der G20-Gipfel statt. Schon jetzt häufen sich Proteste und Demonstrationen. Gastronomen aus der Hansestadt haben für ihre ganz eigene Protestmethode internationale Unterstützung gefunden.

Montag, 03.07.2017, 13:58 Uhr, Autor: Markus Jergler
Hausverbot Anzeige

Immer mehr Gastronomen schließen sich im Hinblick auf den G20-Gipfel in Hamburg gegen Donald Trump und Co. zusammen. (Foto: © Olivia Jones/SCOOPCOM! GmbH

Frank Gerber, der Erfinder des „Soli-Mexikaners gegen Trump“ hat einen großen Wunsch. Er möchte es mit seiner Aktion bis in die „New York Times“ schaffen, denn die lese Donald Trump wenigstens. Daher wünscht sich Gerber, dass der berühmte und scharfe Tomatenschnaps „Mexikaner“, das Hamburger Kultgetränk, auch in Kneipen in New York angeboten wird. Immerhin wird die norddeutsche Spirituose bereits in Bars in Thailand, Mexiko und Malta ausgeschenkt. „Das ist der Wahnsinn, dass es so hochknallt. Wir hatten gedacht, es machen zehn Kneipen auf St. Pauli mit, bei denen wir die Inhaber kennen“, sagt Gerber gegenüber der Frankfurter Rundschau.

„Die Leute wollen ein Statement setzen“, sagt der 28-jährige Nico Berg, der zusammen mit Frank Gerber die Aktion ins Leben gerufen hat. Mittlerweile machen eben nicht nur linke Kiezkneipen bei der Aktion mit, sondern auch edle „Schicki-Micki-Läden“ und ein Landgasthof am Bodensee seien dabei, wie die Initiatoren verkünden. Alle Spenden aus dem Verkauf sollen an Anti-G20-Aktionen weitergegeben werden. „Ich glaube, an den Gipfeltagen knacken wir die 10 000-Euro-Marke“, freut sich Berg, der eigentlich nur mit ein paar Hundert Euro gerechnet hatte.

Hausverbot für Putin, Erdogan und Trump
Auch Olivia Jonas hat sich Gedanken dazu gemacht, wie man zum G20-Gipfel klare Stellung beziehen kann. Ihre Idee: Ein Hausverbot für Trump, Putin und Erdogan. Auch bei dieser Aktion machen bereits zahlreiche Hamburger Wirte mit. So lässt Olivia Jones verkünden:

Bei der Wahl des Bundespräsidenten habe ich Angela Merkel zum G20-Gipfel „auf ein Käffchen“ in die Olivia Jones Bar eingeladen. Ich wollte ihr St. Pauli als Beispiel für Toleranz und Vielfalt zeigen. Amüsierte Antwort der Kanzlerin war: Sie habe leider keine Zeit, werde aber Donald Trump schicken. Im ersten Moment habe ich über ihren Scherz laut gelacht. Aber wer weiß… Das Bild unseres Pläuschchens und die Anekdote sind um die Welt gegangen und bei Donald Trump ist ja nun mal leider mit allem zu rechnen – wie er jeden Tag immer wieder aufs Neue beweist.

Deshalb haben wir uns entschieden, zum G20 Gipfel in Hamburg lieber auf Nummer sicher zu gehen. Wir zeigen klare Kante: Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz! Populisten, Autokraten und Despoten haben bei uns Hausverbot! Symbolisch zeigen wir auf unserem Do-it-yourself-Hausverbots-Schild nur die derzeit bekanntesten Vertreter Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdoğan, meinen damit aber insgesamt: St. Pauli ist kein Platz für Populisten und Despoten! (Frankfurter Rundschau/MJ)

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