„The Dinner“

Kinotipp: Keine leichte Kost mit Richard Gere

Zwei Ehepaare speisen in einem Luxusrestaurant. Mit den feinen Gerichten kommen in „The Dinner“ auch schwere Konflikte auf den Tisch. Ein Kinofilm mit Richard Gere und Nachgeschmack.

Freitag, 02.06.2017, 09:26 Uhr, Autor: Felix Lauther
Richard Gere in "The Dinner"

Richard Gere brilliert in dem neuen Thriller-Drama „The Dinner“ von Regisseur Oren Moverman (© Moviefone / YouTube)

„The Dinner“ spielt in einem amerikanischen Edelrestaurant, doch es ist kein vergnügliches Abendessen für die vier Akteure. Das wird schon klar, bevor der erste Gang des Feinschmeckermenüs auf den weiß gedeckten Tisch kommt. „Ich gehe da nicht hin, ich habe keine Lust auf diese Leute“, jammert Paul (Steve Coogan) seiner Frau Claire (Laura Linney) vor. Diesen „Affen“ wolle er nicht sehen. Gemeint ist sein Bruder Stan (Richard Gere), der mit Ehefrau Katelyn (Rebecca Hall) in das schicke Restaurant eingeladen hat.

Familiendrama im Luxusrestaurant
Es sind zwei völlig gegensätzliche Brüder: Paul, ein psychisch kranker früherer Geschichtslehrer, der ständig bitterböse Seitenhiebe austeilt. Stan, ein glatter, karrierebewusster Politiker, der mitten im Wahlkampf für einen Gouverneursposten steckt. Das höfliche Geplänkel zwischen den Paaren nimmt schnell ein Ende. Trinken wir darauf, dass wir dieses Dinner heil überstehen, wirft Paul bitter in die Runde. „Heute Abend werden wir reden, es kommt alles auf den Tisch“, verkündet Stan.

© Moviefone/ YouTube

Vorlage für „The Dinner“ ist der Bestsellerroman „Angerichtet“ des niederländischen Schriftstellers Herman Koch. Der in den USA lebende israelische Regisseur Oren Moverman verlegt das Familiendrama lediglich von Amsterdam an die amerikanische Ostküste, der Konflikt ist der Gleiche: Die Teenager-Söhne der Paare haben ein brutales Verbrechen verübt, eine obdachlose Frau ist das Opfer. Nur die beiden Familien wissen Bescheid, wer die Täter sind.

Die Gangfolge bestimmt die Zwistigkeiten
Während die Kellner Spalier stehen und die teuersten Gerichte auffahren – mit Rosmarin aus Oregon und Salz aus dem Himalaya, wie sie ausgiebig belehren – streiten sich die Eltern um die Frage, wie weit sie ihre Söhne decken oder zur Rechenschaft ziehen sollen. Können sie sich schadlos aus der Affäre ziehen oder setzen sie ihre Karriere und die Zukunft der Kinder auf’s Spiel? Mit jedem weiteren Menü-Gang spitzt sich der Streit um Moral und Ambitionen zu.

Mit „The Dinner“ serviert Regisseur Moverman schwer verdauliche Kost. Nicht jeder würde so einen Film mögen, sagte der Regisseur im Interview mit dem Filmportal lrmonline.com. „Sogar eine wütende Reaktion ist etwas Gutes, denn ich will ein Gespräch provozieren“, erklärte er. (dpa / FL)

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