Fake-News

„Restaurantempfehlung“: Münchner Puff bekommt Familienbesuch

Dieser positiven Restaurantkritik konnten nur wenige ahnungslose Touristen in München widerstehen. Als sie jedoch hungrig und gespannt den „Leierkasten“ betraten, wurden die Gäste nicht von Kellnern, sondern von erstaunten Prostituierten in Empfang genommen.

Dienstag, 18.04.2017, 10:37 Uhr, Autor: Felix Lauther
Bordell Leierkasten

Bordellbesitzer Velia A. kann nicht mehr über die Touristen lachen, die irrtümlicherweise sein Etablissement „Leierkasten“ in München-Schwabing aufsuchen. Im Netz kursieren kulinarische Tipps für den „Gourmettempel“. (© dpa)

„Können die Bewertungen nicht löschen“
Velica A. hat langsam die Faxen dicke, wie er gegenüber der „TZ“ erklärt: „Es kommen Touristen, die ganz erstaunt sind, wenn sie uns besuchen. Erst kürzlich kam ein junges Ehepaar aus Pfaffenhofen, das mit seinen Kindern eigentlich nur ein Theater besuchen wollte“, berichtet der Bordellbesitzer. Der genervten Rotlicht-Größe sind bei den falschen Restaurantempfehlungen für den „Leierkasten“ jedoch die Hände gebunden. „Wir können die Bewertungen nicht löschen, das müsste Google selbst machen. Aber die unternehmen nichts.“ Einen Erfolg konnte Velica A. gegen die „Netzaktivisten“ jedoch erzielen: Der Wikipedia-Eintrag mit der Bezeichnung „Leierkasten (Gourmettempel)“ ist nicht mehr online. Der schlechte Scherz geht aber noch weiter. Unter www.leierkasten.tk existiert sogar eine gefälschte Website, die dem User einen trendigen Gastronomie-Betrieb vorgaukelt.

Warum Velica A. Etablissement zur Zielscheibe dieser Online-Kampagne geworden ist, weiß der brodelnde Bordellbesitzer bis heute nicht. (TZ / FL)

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