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Lieferheld vs. Lieferando: Wer gewinnt den Lieferwettkampf?

Bei den beiden Essenslieferdiensten Lieferheld und Lieferando gibt es in Sachen Beliebtheit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Marken kommen bei den Verbrauchern gut an. Doch welches börsennotierte Unternehmen wird sich die Vorherrschaft sichern?

Dienstag, 11.07.2017, 09:04 Uhr, Autor: Markus Jergler
Frau und Gedankenblase. In der Gedankenblase befindet sich ein Teller mit Messer und Gabel

Lieferando und Lieferheld sind die bekanntesten Lieferservices in Deutschland. (Foto: © DDRockstar/fotolia)

Wie die Wirtschaftswoche berichtet kennen mittlerweile 73 Prozent aller Verbraucher den Lieferdienst-Vermittler Lieferando, bei Lieferheld sind es 67 Prozent. Für 49 Prozent ist Pizza.de eine bekannte Adresse. Diese Zahlen belegt der YouGov-Markenmonitor BrandIndex. Kurierdienste mit eigenen Fahrern, wie etwa Foodora, sind hierzulande noch vergleichsweise unbekannt. Je näher man an die großen Ballungszentren der Bundesrepublik kommt, umso höher wird der Bekanntheitsgrad sowie die Zahl der Bestellungen in einem bestimmten Zeitraum. Lieferdienste werden also vor allem in Städten genutzt.

Die beiden größten und bekanntesten Marktteilnehmer sind Lieferando, welcher zum niederländischen Unternehmen Takeaway.com gehört, das seit vergangenen September an der Börse ist und Lieferheld, eine Marke unter dem Dach von Delivery Hero, das ebenfalls seit zwei Wochen an der Börse gehandelt wird. Beide Anbieter kämpfen um Platz Eins im Liefergeschäft der Gastronomie. Wie hart es dabei teilweise zugeht, zeigt ein noch junger Rechtsstreit zwischen den beiden Unternehmen. Hierbei erwirkte Lieferando eine einstweilige Verfügung gegen Delivery Hero, welche besagt, dass Delivery Hero nicht mehr behaupten darf, in Deutschland die Nummer Eins zu sein. In der Tat ist es schwierig einen klaren Sieger zu küren, doch der YouGov-Markenmonitor BrandIndex liefert zumindest Zahlen hinsichtlich Beliebtheit oder Nutzungsinteresse.

Bezüglich Qualitätswahrnehmung und Preis-Leistungs-Verhältnis ist kaum ein Unterschied festzustellen, ebenso  beim Erzeugen von Aufmerksamkeit sowie bei der Werbewahrnehmung. Hinsichtlich der Kundenzufriedenheit sind die erzielten Werte sogar identisch. Wer auf lange Sicht also das Siegertreppchen erklimmen wird, ist noch nicht absehbar. Vieles hängt davon ab, wie sich das Konsumverhalten der Deutschen entwickeln wird. Sobald es zu einem wachsenden Interesse an unterschiedlichen Bestelloptionen kommt, sollte Delivery Hero im Vorteil sein, denn hier sind auch noch die Marken Pizza.de und Foodora angesiedelt. Kommt es hingegen zu einer weiteren Konsolidierung des Marktes, könnte Lieferando die Führung übernehmen.

Das Einzige, in dem sich die Mehrheit der Verbraucher bislang einig ist, ist die Antwort auf die Frage, ob man sich Lieferando oder Lieferheld als Arbeitgeber vorstellen könne: Nein. Dennoch sind die Aussichten gut, denn über 80 Prozent aller Deutschen haben noch nie bei einem der beiden Lieferdienste bestellt. Es gibt also noch großes Wachstumspotenzial. (WirtschaftsWoche/MJ)

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