500 Touristen pro Tag

Google-Panne: Touristen stürmen norwegisches Dorf

Touristen an Fjordlandschaft
Eine Panne des Kartendienstes Google Maps führt Touristen in Norwegens Fjordlandschaft auf Irrwege. (© nanisimova / fotolia)
Das norwegische Dorf Fossmork erfreut sich derzeit unfreiwillig größter Beliebtheit. Touristen aus aller Welt vermuten hier eine berühmte Sehenswürdigkeit, die aber eigentlich auf der anderen Seite des Fjords liegt. 
Freitag, 05.05.2017, 09:40 Uhr, Autor: Felix Lauther

Wer in diesen Tagen im norwegischen Fischerdorf Fossmork Streetfood anbietet, macht den Umsatz seines Lebens. Täglich erreichen Reisebusse, Camping-Mobile und Mietwagen das verschlafene Örtchen am Lysefjord. Wer jetzt krampfhaft eine aktuelle Auflage seines Reiseführers hervorkramt, um Norwegens neuen Geheimtipp zu lokalisieren, wird aber enttäuscht. Den ungewöhnlichen Besucherstrom hat das Dorf dem Internet-Dienst Google „zu verdanken“.

Besucher wollen eigentlich zum „Preikestolen“
Die Beliebtheit des Ortes östlich von Stavanger gründet auf einen Softwarefehler von Google Maps. Das berichtet die Tageszeitung „Stavanger Aftenblad“. Eigentlich wollen die Touristen zu einem berühmten Felsplateau wandern – daraus wird jedenfalls für diejenigen nichts, die sich auf die digitalen Reiseführerdienste von Google verlassen. Der Kartenservice Maps schickt die Besucher nämlich zum südlichen, rund 30 Kilometer entfernten Startpunkt in Fossmork, anstatt sie zum nördlichen Ausgangspunkt des Lysefjords zu lotsen, der 600 Meter vom Preikestolen entfernt ist.

„Jeden Tag kommen bis zu fünf Touristen in unsere Hütte“
„Wir haben Hunderte Touristen weggeschickt, die nicht gemerkt hatten, dass sie sich auf der falschen Seite des Fjords befanden“, erklärt eine Einwohnerin der norwegischen Zeitung. „Wenn wir in unserer Hütte sind, kommen manchmal bis zu fünf Touristen rein. Jeden Tag. Sie sagen, sie wollen zum Preikestolen“, sagt ein anderer Dorfbewohner dem „Stavanger Aftenblad“.

Google will auf Nachfrage der Zeitung das Problem schnellstmöglich lösen. Man ermuntere seine User solche Probleme zu melden, damit der Service verbessert werden könne. Gegenüber dem „Aftenposten“ erklärt Roy Jarle Johansen von Norwegens Verkehrsbehörde: „Straßenschilder lösen nicht immer das Problem. Manche Leute vertrauen Google mehr.“ Er wolle sich nun gemeinsam mit Google um eine Lösung bemühen. (Spiegel.de / FL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Ein Mittelmeerpanorama, im Vordergrund die Logos von den acht größten Online-Reiseportalen: Holiday Check, ab-in-den-urlaub.de, sonnenklarTV, Weg.de, Kayak, Check24, opodo, Expedia
Umfassende Studie
Umfassende Studie

So gut sind Reisevergleichsportale wirklich

Die Hochschule Rosenheim hat die acht größten Anbieterseiten wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Nun liegen die Ergebnisse dieser umfangreichen Untersuchung vor. 
Mann mit Fotoapparat auf Straße
Anstrengende Besucher
Anstrengende Besucher

Island: Insel-Knigge für Touristen

Island geht im Tourismus neue Wege. Die Insel im Nordatlantik will seine Gäste zukünftig besser „erziehen“.
Zwei Personen halten Herz an Leine
Gesellschaft
Gesellschaft

Das sind die schwulenfreundlichsten Reiseziele

Nicht in allen Regionen auf dieser Welt toleriert man schwule und lesbische Touristen. Der Spartacus Gay Travel Index zeigt, welche Reiseziele für homosexuelle Paare und Singles sicher sind.
Von links nach rechts: Andreas Winkelhofer (Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus), Barbara Radomski (Geschäftsführerin Bayern Tourismus Marketing GmbH), Christine Schönhuber (Geschäftsführerin Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg), Petra Hedorfer (Vorsitzende des Vorstandes Deutsche Zentrale für Tourismus), Krisztina Henyecz (Head of Business Development, Visit Hungary), Astrid Steharnig-Staudinger (Geschäftsführerin Österreich Werbung), Markus Achleitner (Wirtschaftslandesrat Oberösterreich), Michael Duscher (Geschäftsführer Niederösterreich Werbung), Petra Riffert (Geschäftsführerin Donauregion Oberösterreich), Marie-Louise Schnurpfeil (Geschäftsführerin Linz Tourismus), Bernhard Schröder (Geschäftsführer Donau Niederösterreich Tourismus).
Destinationsmarketing
Destinationsmarketing

Neue Tourismusinitiative „Discover your Danube“ gestartet

Deutschland, Österreich und Ungarn wollen die Donau international stärker vermarkten. Das neue Projekt wurde auf der ITB Berlin 2026 vorgestellt.
Luftaufnahme der Hansestadt Wismar an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern im Sommer
Entwicklung
Entwicklung

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet zweitbestes Tourismusjahr seit der Wende

Das Bundesland meldet 8,2 Millionen Gäste und 33,3 Millionen Übernachtungen. 2025 war damit das zweitbeste Tourismusjahr seit der Wende.
Wartburg bei Eisenach, Thüringen, Deutschland
Jahresbilanz
Jahresbilanz

Stabiles Tourismusjahr 2025 in Thüringen

Erst das Rekordjahr 2019, dann nur schwer wettzumachende Einbrüche durch die Corona-Pandemie – hinter der Thüringer Tourismusbranche liegen schwierige Jahre. Doch auch wenn das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht ist, zeigt sich die Branche stabil. 
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, bei einem Pressetermin
Branchenlage
Branchenlage

Wegner: Krieg beeinflusst ITB und Tourismus

Zum 60-jährigen Bestehen der Messe äußert sich Berlins Regierender Bürgermeister zu den Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Die Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr sind bereits deutlich spürbar.
Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH)
Technik
Technik

Digitale Bestellsysteme gegen Personalmangel im Tourismus

Steigende Kosten und fehlende Arbeitskräfte setzen Betriebe unter Druck. Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, sieht Innovationen und eine stärkere Nebensaison als mögliche Ansätze.
Blick auf das Kloster St. Johannis in Brandenburg an der Havel am Wasser gelegen
Jahresbilanz
Jahresbilanz

Tourismus 2025 in Brandenburg stabil trotz Konsumzurückhaltung

5,4 Millionen Gäste und 14,3 Millionen Übernachtungen: Die Branche behauptet sich auf hohem Niveau. Rückenwind kommt vor allem aus der ruhigen Reisezeit und dem Wassertourismus.