Schwierige Gäste

Allergien: Dieser Koch macht seinem Ärger Luft

Chefkoch Patrick Friesen
Chefkoch Patrick Friesen hat die eingebildeten Allergien einiger Gäste satt. (© patrickfriesen / Screenshot Instagram)
Die Lebensmittelallergien einiger Gäste sollten von Gastronomen eigentlich immer ernst genommen werden. Manche Restaurant-Besucher übertreiben es aber und bilden sich Allergien ein, die gar keinen Sinn ergeben. Das hat nun einen australischen Küchenchef dazu veranlasst, öffentlich Frust abzulassen.
Freitag, 28.07.2017, 09:11 Uhr, Autor: Felix Lauther

Die einen haben eine Erdnuss-Allergie, die anderen vertragen keine Gluten oder bekommen bei Meeresfrüchten einen allergischen Schock. Über die Kennzeichnungspflicht der allergischen Inhaltsstoffe, schützen Gastronomen ihre Gäste in der Regel vor unliebsamen Überraschungen.

Patrick Friesen verantwortet als Chefkoch die kulinarischen Geschicke der australischen Restaurantkette „Queen Chow“. Er musste nun leidlich feststellen, dass die Gäste auch Allergien haben, die willkürlich gewählt und bezüglich ihrer Bestellungen keinen Sinn zu ergeben scheinen.

Patrick Friesen zeigt „Bons des Grauen“
Mit einem Bild auf seinem Instagram-Profil zeigt Koch Friesen drei Bons, bei dem sich nicht nur Gastronomen die Augen reiben dürften. So stellte es für einen Gast mit angeblicher Meeresfrüchte-Allergie kein Problem dar, Austernsauce zu verzehren. Ein vermeintlicher Vegetarier bestellte z. B. Hühnchenflügel, weil sie ihm so gut schmeckten und er nicht darauf verzichten wolle. Ein Gast mit einer Gluten-Unverträglichkeit hätte kein Problem mit glutenhaltigen Speisen, so lange er kein Brot essen müsste.

Can people with dietary requirements start knowing what you can and can’t eat? Shellfish allergy but loves oyster sauce. Gluten free but loves gluten as long as it’s not a piece of bread. Vegetarians that love a chicken wing. Pescatarians who eat chicken. Sort your shit out and let your waiter know. You make it really damn hard for people with actual allergies and dietaries to go out to eat.

Ein Beitrag geteilt von patrickfriesen (@patrickfriesen) am 15. Jul 2017 um 4:21 Uhr

Ein weiteres Beispiel, dass die „Geschmacksverirrung“ einiger Gäste belegt: Bei der Bestellung eines Fleischgerichts bat der Gast die Küche, das Fleisch wegzulassen.

Auf Instagram wütet der Chefkoch von „Queen Chow“: „Können Menschen mit diätischen Anforderungen langsam mal wissen, was sie essen können und was nicht?“. Gäste sollten sich endlich über ihre Essgewohnheiten im Klaren sein und diese auch konsequent zu beherzigen. Gegenüber der australischen Ausgabe des „Daily Telegraph“ holt Friesen  weiter aus. Er hätte zwar kein Problem mit Allergie-geplagten Kunden, könne die skurrilen Erklärungen einiger Gäste aber nicht nachvollziehen. Für Leute, die bei ihrem ersten Date plötzlich eine Zwiebel-Allergie feststellten, seien einfach nur nervig.

Alle Gäste, die es anscheinend „cool“ fänden, eine Unverträglichkeit zu haben, fordert der Chefkoch auf, sich ernsthaft zu hinterfragen: „Ihr macht es den Leuten mit tatsächlichen Allergien und Diätvorschriften wirklich verdammt schwer, auszugehen und zu essen.“ (Stern.de / Daily Telegraph / FL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Gastronom bei der Abrechnung
Preisdruck
Preisdruck

Iran-Krieg treibt Inflation auf 2,9 % – Folgen für das Gastgewerbe

Mit dem Iran-Krieg sind die Preise in Deutschland nach oben geschnellt. Vor allem steigende Energiekosten treiben die Inflationsrate Richtung Drei-Prozent-Marke. Das belastet auch das Gastgewerbe.
Dr. Marcel Klinge
Warnung
Warnung

Neue Steuerschätzung: DZG warnt vor Risiken für die Gastwelt

Die neue Steuerschätzung des Bundes könnte laut Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) den Druck auf Tourismus, Hospitality und Gastronomie erhöhen. Die DZG fordert daher eine aktive Beteiligung der Branche an der Steuerdebatte.
Zwei Gastronomen bei der Abrechnung
Kostenanstieg
Kostenanstieg

Inflation erreicht Höchststand: Strategien für Gastronomen und Hoteliers

Die Inflation erreicht im März 2026 den höchsten Stand seit über zwei Jahren. Für das Gastgewerbe bedeutet das: steigender Kostendruck bei gleichzeitig sinkender Kaufkraft der Gäste. Welche Stellschrauben jetzt entscheidend sind und wie gastgewerbliche Betriebe reagieren können.
Gedeckter Tisch mit Osterdekoration
Ratgeber
Ratgeber

Ostergeschäft 2026: So profitieren Hotels und Restaurants von den Feiertagen

Ostern zählt zu den wichtigsten Umsatztreibern für das Gastgewerbe – doch 2026 wird das Geschäft anspruchsvoller. Zwischen steigenden Kosten, preissensiblen Gästen und hohen Erwartungen kommt es mehr denn je auf die richtige Strategie an. Wie Hotels und Restaurants die Feiertage erfolgreich nutzen können.
Lager für Lebensmittel
Preisdruck
Preisdruck

Steigende Lebensmittelpreise belasten das Gastgewerbe – Politik prüft Entlastungen

Welche Folgen haben steigende Preise wegen des Iran-Kriegs? Erneut tagt eine Taskforce der Koalition. Sie nimmt auch steigende Lebensmittelpreise in den Blick. Könnte dies auch Entlastungen für das Gastgewerbe bringen?
Hohe Spritpreise an der Tankstelle
Kostendruck
Kostendruck

Bundestag beschließt Spritpaket – mögliche Entlastung für das Gastgewerbe?

Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise deutlich gestiegen – nun will die Politik gegensteuern. Im Eiltempo hat die Koalition ein Maßnahmenpaket auf die Beine gestellt. Indirekt könnte dies auch eine Entlastung für das Gastgewerbe sein. 
Public-Viewing in einer Kneipe
Regelung
Regelung

Fußball-WM 2026: Neue Public-Viewing-Verordnung eröffnet Chancen fürs Gastgewerbe

Zur Fußball-WM 2026 lockert die Bundesregierung den Lärmschutz für Public Viewing. Das schafft neue Spielräume für Betriebe. Gerade für das Gastgewerbe ergeben sich dadurch zusätzliche Chancen auf mehr Gäste und Umsatz.
Jens Spahn
Gebäudeenergiegesetz
Gebäudeenergiegesetz

Heizungsgesetz 2026: Was die Reform für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt – aber nur mit mehr grünem Brennstoff. Was bedeutet die Reform des Heizungsgesetzes für Hotels und Gastronomiebetriebe? Ein Überblick über Kostenrisiken, Förderchancen und die strategischen Folgen für Investitionen.
Kellnerin bringt Kuchen an den Tisch
Arbeitsmarktzugang
Arbeitsmarktzugang

Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Asylbewerber sollen künftig bereits nach drei Monaten arbeiten dürfen – auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft. Für das personalintensive Gastgewerbe könnte die geplante Neuregelung zusätzliche Chancen im Kampf gegen den anhaltenden Personalmangel eröffnen.