Bestpreisklausel

Warnung vor Preiskampf in Österreichs Hotellerie

Frau an Rezeption mit Telefon
© APA/HERBERT NEUBAUER
Hotel-Plattformen wie booking.com oder Expedia dürfen den österreichischen Hotelpartnern nun nicht mehr die Preispolitik vorschreiben. Seit 1. Jänner ist die sogenannte Bestpreisklausel passé, Hoteliers dürfen dann auf ihrer eigenen Homepage Zimmer günstiger anbieten als auf den großen Plattformen.
Mittwoch, 11.01.2017, 13:30 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Während die Touristiker das begrüßen, ist ein Experte skeptisch. Er warnt vor einem Preiskampf. „Die Plattformen können sich nun nicht nur untereinander unterbieten, es bleibt ihnen auch überlassen, billiger als der jeweilige Vertragspartner (also das Hotel) zu verkaufen“, so Marco Riederer von der Prodinger Tourismusberatung. Gerade in der Stadthotellerie bestehe die „akute Gefahr einer negativen Preisspirale“, denn die Buchungsplattformen rund um booking.com „werden sich von ihrem Kunden-Versprechen des besten Preises nicht verabschieden“. Denkbar seien etwa Premium-Mitgliedschaften, besseres Ranking für gleiche Preise oder der Einsatz von Kommissionen, um die Preise gleich zu halten, meint Riederer.

Dass der „Zimmerpreis immer zentral sein wird“, glaubt auch Fritz Zerweck, Vorstandschef des Portals eHotel. Der Wegfall der Bestpreisklausel mache es für die Gäste komplizierter, das beste Angebot zu finden. „Ein Verbraucher, der bisher grundsätzlich nur über ein bestimmtes Hotelportal eingekauft hat, wird feststellen, dass er dort Angebote nicht mehr findet oder zumindest nicht zu jedem Zeitpunkt, wie das in der Vergangenheit der Fall war“, so Zerweck zum „Standard“. Es könne jetzt auch passieren, dass ein Zimmer günstiger wird, je länger man zuwartet. „Und es kann vor allem auf einem Kanal günstiger werden, den ich gar nicht im Auge habe.“

In Deutschland, wo es Buchungsplattformen seit Sommer untersagt ist, Hotels in ihrer Preispolitik einzuschränken, sei die Transparenz am Markt „eingeschränkter“, so der geschäftsführende Gesellschafter der Berliner Hotel-Metasuchmaschine.

eHotel vergleicht nach eigenen Angaben die Angebote sämtlicher Hotelvertriebswege. Das Portal hat Direktverträge mit 150.000 Hotels weltweit und verfügt über andere Plattformen Zugriff auf weitere knapp sieben Millionen.

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Roboter mit Hotelicons
Studie
Studie

Hotels nutzen KI – doch bleibt der große Effekt aus?

Mehr als die Hälfte der Hotels setzt bereits generative KI ein oder bereitet deren Einsatz vor. Doch weniger als jedes zehnte Haus konnte damit den manuellen Arbeitsaufwand um mehr als 30 Prozent reduzieren. Das zeigt der aktuelle „State of Distribution 2026“ von NYU SPS, RateGain und HEDNA.
&Beyond Amazon Explorer Schiff
Hospitality auf dem Wasser
Hospitality auf dem Wasser

Schwimmende Luxushotels: Wenn der Weg zum Erlebnis wird

Vom exklusiven Wellness-Retreat auf dem Atlantik bis zur Expeditionsyacht im Amazonas: Neue Schiffskonzepte verbinden die Annehmlichkeiten der Luxushotellerie mit außergewöhnlichen Reiseerlebnissen. Orient Express (Accor) und &Beyond zeigen, wie unterschiedlich sich das Hotel auf dem Wasser interpretieren lässt.
Hotelzimmer Limehome
Expansion
Expansion

Wachstum mit System: 25.000 Einheiten für Limehome

Limehome will sein Portfolio bis 2030 drastisch ausbauen. Statt möglichst viele Standorte zu akquirieren, setzt der Hospitality-Betreiber nach eigenen Angaben auf selektives Wachstum – und sieht dabei vor allem bei Bestandsimmobilien und institutionellen Eigentümern Potenzial.
Porträt von Sunil Choudhary, Performance Marketing Manager bei der ON7 GmbH.
Einstellung
Einstellung

Infektionsschutzbelehrung für Gastronomie und Hotellerie

Die Vorgaben nach § 43 IfSG sorgen bei der Einstellung neuer Küchen- und Servicekräfte immer wieder für Rückfragen. Welche Nachweise erforderlich sind und wie Betriebe typische Verzögerungen vermeiden, erklärt Sunil Choudhary im HOGAPAGE-Interview.
Althoff Seehotel Überfahrt am Tegernsee
Auszeichnung
Auszeichnung

Althoff Seehotel Überfahrt hält erneut drei Michelin Keys

Zum dritten Mal in Folge erhält das Althoff Seehotel Überfahrt in Rottach-Egern drei Michelin Keys. Damit zählt das Haus erneut zu den sechs Hotels in Deutschland mit der höchsten Auszeichnung des Guide Michelin.
Die neuen Auszubildenden im Seehotel Niedernberg
Gefragter Ausbildungsbetrieb
Gefragter Ausbildungsbetrieb

Wie das Seehotel Niedernberg junge Talente begeistert

Das Seehotel Niedernberg verzeichnet großes Interesse an seinen Ausbildungsplätzen: Acht Nachwuchskräfte sind nun neu gestartet. Das Interesse überstieg erneut die verfügbaren Plätze.
Spiridon Sarantopoulos, Nina Meise, Gaurav Pokhariyal, Julia Meise und Albert Mayr
Hoteleröffnung
Hoteleröffnung

Taj Hessischer Hof Frankfurt offiziell eröffnet

Mit 400 Gästen hat das Taj Hessischer Hof Frankfurt nun auch offiziell seine Eröffnung gefeiert. Das Luxushotel markiert das Debüt der Marke Taj auf dem europäischen Festland – und kann bereits kurz nach dem Start erste regionale Auszeichnungen für seine Gastronomie vorweisen.
Zimmer im ibis Styles Bad Reichenhall
Markteintritt
Markteintritt

Verkehrsbuero Hospitality expandiert nach Deutschland

Verkehrsbuero Hospitality ist neuer Betreiber des ibis Styles Bad Reichenhall. Für den österreichischen Multi-Brand-Operator ist die Übernahme zugleich der Eintritt in den deutschen Markt.
Schloss Elmau Luxury Spa Retreat & Cultural Hideaway
Guide Michelin
Guide Michelin

Michelin Keys 2026: So verteilen sich die 130 Hotels in Deutschland

Bereits zum zweiten Mal hat der Guide Michelin seine weltweite Hotelauswahl veröffentlicht. 130 Hotels in Deutschland tragen 2026 einen Michelin Key. Doch wie verteilen sich die ausgezeichneten Häuser auf die drei Kategorien?