Sterneküche für 15 Euro?

Wie viel Tim Raue bekommt man auf der „Mein Schiff 6“?

Tim Raue’s Sternerestaurant in Berlin stellt so manchen Geldbeutel vor Herausforderungen. Ein Acht-Gänge-Menü kostet um die 200 Euro, ohne Getränk. Da sind die Preise für seine Speisen auf der „Mein Schiff 6“ von TUI schon erschwinglicher. Doch wie viel Sterneküche bekommt man für 15 bis 17 Euro?

Dienstag, 13.06.2017, 08:49 Uhr, Autor: Markus Jergler
Mein Schiff 6 in Hamburg bei Feuerwerk

Die Taufe der „Mein Schiff 6“ in Hamburg. (Foto: © picture alliance/Eventpress)

Seit vergangenem Jahr ist es offiziell: Tim Raue gehört zu den 50 besten Köchen der Welt. Sein Berliner Restaurant „Tim Raue“ ist seit 2016 auf dem 48. Platz der der „World’s 50 Best Restaurants“. Insgesamt führt der Sternekoch vier Restaurants. Neben der jüngsten Eröffnung des „Dragonfly“ in Dubai veröffentlichte Raue ein neues Kochbuch „My Way“, welches begleitend zur Netflix-Serie „Chef’s Table“ erschien.

Neben seiner gehobenen Gastronomie an Land kocht Raue auch im „Hanami by Tim Raue“ auf dem TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“. Die chinesische und japanische Küche ist nicht im All-Inklusive-Paket inbegriffen. Für 15 bis 17 Euro gibt es unter anderem Sushi, Zander mit Lauch, Ingwer und Sojasud, Wasabi-Garnele oder Thunfischpizza. Die schwimmende Küche stellt also schon allein preislich einen enormen Unterschied zu Raue’s Restaurant in Berlin dar. Da stellt sich die Frage: Wie viel Tim Raue bekommt man an Bord der „Mein Schiff 6“ überhaupt?

Für Raue ist der gastronomische Unterschied nicht groß. Im Interview mit dem Stern sagt er: „Ich wollte keinen einzigen Weißen in der Küche haben. Die Jungs und Mädels haben ein asiatisches Geschmacksempfinden, genau das, was wir hier haben wollen.“ Der Wareneinsatz an Bord sei wesentlich geringer als in Raues Restaurant in Berlin, wodurch die Gerichte günstiger angeboten werden können. Beispielsweise bekommt man auf der „Mein Schiff 6“ den gedämpften Zander, den es in Berlin erst ab 66 Euro gibt, für 9,70 Euro. Dies liegt vor allem an der verwendeten Sojasauce. In Berlin verwendet der Sternekoch für das Gericht zehn Jahre alte Kamebishi-Sojasaube, ein Liter davon kostet rund 1.000 Euro. Auf See wird dagegen Tamari-Sekigahara-Sojasauce verwendet für 80 Euro pro Liter. Natürlich geht auch ein gewisser Anteil der All-Inclusive-Beiträge an das Hanami. Auch wenn es weniger kompliziert zugeht als in der Bundeshauptstadt, schmecke man an Bord laut Angaben des Stern den Raue ganz klar heraus. (Stern.de/MJ)

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