Kochkunst

Wenn der Teller zur Leinwand wird

Der ukrainische TV-Koch Andrey Dromov bringt im Design-Restaurant Area10 europäische Rezepte kunstvoll zum Ausdruck. Zu seinem Koch-Repertoire gehören intensive Farben, die er aus natürlichen Zutaten gewinnt. 

Donnerstag, 29.09.2022, 14:48 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Andrey Dromov

Andrey Dromov (links) setzt bei seinen Gerichten auf intensive Farben. (Fotos: © Area10)

Nachdem Inhaber Maris Antonevics sein Restaurant kurz nach der Eröffnung im Herbst 2020 aufgrund der Corona-Pandemie gleich wieder schließen musste, bewies er als langjähriger Gastronom und ehemaliger Ski-Leistungssportler Durchhaltevermögen und Optimismus. Das zahlt sich nun aus: Das Design-Restaurant Area10 startet nun voll durch.

Das liegt zu einem Großteil auch an seinem neuen Küchenchef: dem ukrainischen TV-Koch Andrey Dromov. Der 37-Jährige versteht es, mit Farben und Texturen zu spielen und Showeffekte im besten Sinne zu nutzen. Dabei setzt er das vielseitige Menü nicht nur optisch in Szene, sondern überzeugt vor allem durch Geschmacksreichtum und Produktqualität.

Der „Jamie Oliver des Ostens“

Geprägt wurde der Ukrainer von seinem Großvater, einem gelernten Bäcker, und von seinem Vater, der als Koch auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat. Andrey Dromovs 14-jähriger Sohn trägt das Koch-Gen übrigens auch in sich, hilft am Wochenende bereits fleißig in der Küche mit. „Übung macht den Meister“, freut sich der stolze Vater.

In der Ukraine verliehen die Medien Andrey Dromov den Titel „Jamie Oliver des Ostens“, nicht zuletzt, weil seine TV-Show „Cooking Together“ ein breites Publikum begeisterte. Doch im Gegensatz zum eher bodenständigen Briten, gehören intensive Farben zum Koch-Repertoire des in Odessa geborenen Andrey Dromov.

Wichtig ist ihm dabei, dass er die Farbpracht ausschließlich aus natürlichen Zutaten gewinnt. Das durch Rote-Bete-Saft intensivierte Kartoffelpüree schafft einen leuchtenden Kontrast zum gebackenen Oktopus. Darüber hinaus wirken seine Arrangements auf dem Teller wie malerische Kompositionen und kulinarische Skulpturen. Jedes Detail muss stimmen.

Von der Vor- bis zur Nachspeise

Als Vorspeise serviert Andrey Dromov derzeit ein Jakobsmuschel-Tatar. Betont wird der feine Geschmack der rohen Jakobsmuscheln durch Erdbeeren und Flugfisch-Kaviar – serviert mit Reis-Schnee. Das gegrillte, vegane Blumenkohlsteak mit Teriyaki-Kruste wird mit thailändischer Kokos-Sauce, grünen Spargelscheiben, frischer Gurke und Minztatar serviert, die Aromen des zarten Lammkarrees hebt Andrey Dormov mit grünen Pistazien und Basilikum-Minz-Sauce hervor.

Für die Präsentation der Nachspeisen setzt der Koch seine Qualitäten als Entertainer ein. Das Pistazien-Mille-feuille ist eine Neuinterpretation der traditionellen Napoleon-Tarte aus Blätterteig. Der Clou beim Lavendel-Panna-cotta mit Minz Sorbet ist nicht nur die Inszenierung in Form von Oktopus-Tentakeln, sondern die wilde Heidelbeere, deren starke Aromawirkung von herkömmlichen Beeren unerreicht bleibt.

Ebenfalls überraschend intensiv für ein Dessert ist Yuzu mit Passionsfruchtgelee, Mango Sorbet und Beeren. Für Andrey Dromov, der sich in ganz Europa von Traditionen und frischen Ideen inspirieren lässt, sind alle Gänge gleichwertig und in jeder Hinsicht spannend.

Alle zwei Monate wechselt er die Gerichte. Er sagt: „Als Entertainer möchte ich die Gäste in jeder Hinsicht unterhalten und im Area10 ein Erlebnis für alle Sinne bieten.“

(Area10/SAKL)

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