Fischbranche

Kommt jetzt veganer Fischersatz?

Jüngst traf sich die Fischbranche in Bremen zur großen Fachmesse fisch international. Eines der Trendthemen: Fischalternativen auf Gemüsebasis. Am fischähnlichen Geschmack wird derzeit aber noch gefeilt.

Dienstag, 11.02.2020, 08:44 Uhr, Autor: Kristina Presser
Nahaufnahme von panierten Fischstäbchen

Fisch ohne Fisch – der neue Trend heißt veganer Fischersatz. (Foto: ©beats_/stock.adobe.com)

Vegane Alternativen für Fleisch sind inzwischen gang und gäbe – auf der Speisekarte im Restaurant wie auf dem heimischen Teller. Jetzt soll es auch für Fisch entsprechende pflanzenbasierte Ersatzprodukte geben, so der Tenor auf der Fachmesse fish international in Bremen. Vegane Fischprodukte auf Gemüsebasis sind einer der großen Trends in der Fischbranche. Burkhard Gabbe, Geschäftsführer des Tiefkühlkostanbieters Frosta Foodservice aus Bremerhaven, sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass der Erfolg von Fleischersatz nahelege, etwas Ähnliches mit Fisch zu versuchen. Die Überfischung der Meere, wachsendes Umweltbewusstsein und der Umstieg der Verbraucher auf nicht-tierische Produkte beschäftigen die Fischbranche. Zwar gibt es auch bereits erste fischfreie Produkte, am Geschmack wird allerdings noch getüftelt.

Frosta testete in Bremen, wie Fischfrikadellen und Backfisch aus Gemüse bei Gastronomen ankommen. Ein halbes Jahr Entwicklung stecke darin. „Ziel war, ein weißes Produkt zu haben, das an Seelachs oder Alaska-Seelachs erinnert“, sagte Gabbe. Zum Fischersatz gehören Bohnen, Blumenkohl und andere weiße Gemüsearten. Dazu kommt Hanf-Protein. „Und wir haben Leinöl als Omega-3-Träger.“

„Fisch vom Feld“

Im Ergebnis schmeckt das Knusperfilet kaum nach Fisch, was auch für viele herkömmliche Fischstäbchen gilt. Die Würze stammt aus der Panade, der Soße oder Beilage. „Wir denken, dass das eher etwas für jüngere Verbraucher ist“, sagte Gabbe. Er setze zunächst auf Studentenwerke, auf Großküchen für Kitas und Schulen und auf die Systemgastronomie als Abnehmer. Später will Frosta den „Fisch vom Feld“ auch an den Einzelhandel liefern.

Bertin Sterk vom niederländischen Händler Sterk Seafood stellte einen Lachs- und Thunfischersatz der Firma Vegan Zeastar in Deutschland vor. Die rosa Scheiben sehen echtem Fisch ähnlich und werden als Sushi oder Sashimi gegessen. Die geschmackliche Assoziation von Fisch entstehe durch die Omega-3-Fettsäuren, gab Sterk an. Ansonsten ist der vermeintliche Fisch aus Tapiokastärke und Glukose aus Algen.

Ein stark fischiger Geschmack wie beim Hering sei ohne Aromen kaum zu erreichen – davon gingen Experten auf der Messe aus.
(dpa/KP)

 

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