Entwicklung

Das ABC der Gastro-Trends 2017

A wie Aerial Yoga, B wie Brunch rund um die Uhr und C wie Chaga-Pulver: Unser ABC der Trends zeigt, worauf Gastgeber im Jahr 2017 setzen könnten, um Gäste zu begeistern.

Montag, 09.01.2017, 12:42 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Trends für Gastgeber A-Z

Manche der Trends des vergangenen Jahrs setzen sich fort, etwa Craft Beer oder Einhörner. Doch es gibt zahllose weitere modische Strömungen, auf die Gastgeber beim Service, bei besonderen Produkten oder beim Marketing setzen könnten. Hier ein kleines ABC mit einigen Vorschlägen, was die Gäste im Jahr 2017 möglicherweise besonders bewegt.

Aerial Yoga: Bei dieser Yoga-Art hängt man in einem von der Decke hängenden Tuch, ähnlich einer Hängematte. Aerial Yoga gibt es zwar schon länger, aber es könnte beliebter werden.

Brunch: Frühstückslokale sind nach wie vor angesagt. Manche erweitern ihr Angebot auf Brunch im 24/7-Betrieb und setzen auf Retro-Knaller aus Amerika wie etwa „Eggs Benedict“. Das sind Eier, Speck, Muffins und Sauce Hollandaise.

Chaga-Pulver: Superfood-Trend als Alternative zum Kaffee. Man trinkt jetzt Pilz (mit Z, nicht S): Der Chaga (Schiefer Schillerporling) ist ein häufig an Birken wachsender Holzparasit. Mit Milch wird sein Pulver Chagaccino genannt – in Los Angeles angeblich schon ganz angesagt.

Drohnen: Fotografierende Gäste sind bei Gastgebern seit Jahren gut bekannt. Nun kommen Selfie-Drohnen hinzu, die 2017 einen Durchbruch erleben könnten. Die Mini-Kamera-Drohne «C-me» des deutschen Herstellers Revell zum Beispiel kann bereits während des Fluges Fotos und Videos über Social-Media-Kanäle versenden. 2017 hält man also keinen Selfiestick mehr in der Hand, sondern die Kamera fliegt um einen herum und knipst.

Einfach nachkochen: Alle Zutaten bereits in den richtigen Mengen abgepackt und los geht das Kochen. Gemeinsame Kochabende waren dank diverser Koch-Kits noch nie so einfach. Auch die zahlreichen YouTube-Kanäle mit Schritt-für-Schritt-Videos verführen zum einfachen Kochen.

Fischkonserven: In anderen Ländern bekommt man schon länger Edles aus der Dose auf dem Teller serviert – in Deutschland könnte das jetzt auch Gastro-Trend werden. In Berlin gibt es zumindest schon die „Sardinen.bar“.

Geräuchertes: Laut den Vorhersagen der „New York Times“ werden 2017 unter anderem Geräuchertes (smoked food), Hirse (Sorghumhirse oder Zwerghirse), die Philippinische Küche oder Gerichte mit Eigelb zum Food-Trend.

Hamburg: Der etwas beruhigte Berlin-Hype und die Eröffnung der Elbphilharmonie lenken 2017 die Aufmerksamkeit auf Deutschlands zweitgrößte Metropole als Städtetrip-Ziel. In der Liste „52 Places to Go in 2017“ der „New York Times“ liegt die Stadt auf Platz 10.

Indoor-Skydiving: Vertikale Windkanäle, in denen man den freien Fall und das Bodyflying probieren kann (bislang nur in Bottrop), breiten sich aus – zumindest sind für dieses Jahr Windtunnel-Eröffnungen in den Großräumen Berlin, Hamburg, München und Frankfurt angekündigt.

Jogginghose: Der Satz von Karl Lagerfeld, wer eine Jogginghose trage, habe die Kontrolle über sein Leben verloren, gilt längst nicht mehr. Lockere Hosen von Sport-Labels sind für Männer laut „GQ“ weiterhin ein Modetrend. Wenn also Jogginghosen im Gastraum auftauchen – Ruhe bewahren. Es könnte sich um ein Fashion Victim handeln.

Kanada: Das Land feiert dieses Jahr 150 Jahre Unabhängigkeit. Wohl auch deswegen taucht es mit seinen Nationalparks oder Städten wie Toronto, Montréal oder Vancouver in fast allen Trendreiseziel-Listen 2017 auf. Wie wäre es mit kanadischen Gerichten auf der Speisekarte?  Berühmt ist etwa „Poutine“: eine große Portion Pommes Frites, teilweise doppelt frittiert, getränkt in einer dunklen und mächtigen Bratensauce und abgerundet mit geriebenen Käsestücken.

Lila Gemüse:Lila Blumenkohl, violetter Spargel und Mais haben einen besonders hohen Nährstoffgehalt mit Vitaminen und Antioxidantien. Und sie sind einfach herrlich farbenfroh.

Mezcal: Nach Gin und Whisky und anderen In-Alkoholika sagen Experten laut „Forbes“-Magazin unter anderem einen Trend zu Drinks mit der Agaven-Spirituose Mezcal voraus. Auch die Kümmel-Spirituose Aquavit soll im Kommen sein.

Nerdbrille ade: Mancher Hipster trägt seit einiger Zeit lieber Metallgestelle als die klassische schwarze Hornbrille – entweder Vintage vom Flohmarkt oder auch von Tom Ford. Vielleicht eine Modeidee für den Barkeeper oder den Rezeptionisten?

Obst und Gemüse: Vegetarismus ist weiter im Trend – der Restaurantführer „Gault&Millau“ kürte jedenfalls seiner Einschätzung nach einen der besten Gemüseköche Deutschlands zum „Koch des Jahres 2017“: Andreas Krolik vom Frankfurter Gourmetrestaurant „Lafleur“.

Pink und Pailletten: In der Damenmode bleiben die 80er angesagt, etwa breite Schulterpolster, Puffärmel, Glockenärmel oder Rüschen sowie die Farbe Pink (statt nur Rosa) und andere schrille Farben (Neon!). 80er-Jahre-Partys im entsprechenden Outfit könnten Gäste anziehen.

Quallen: Neben den nach wie vor aktuellen Trendtieren Einhorn und Faultier verzeichnet das Do-it-Yourself-Internetportal „DaWanda“ einen Anstieg bei Produkten mit Tieren aus dem Meer und vermehrte Postings in den sozialen Netzwerken dazu – also Wale, Quallen und so weiter. Ein Dekotrend auch fürs Gastgewerbe?

Rap: Hip-Hop-Stars wie Kollegah, der erst jüngst laut GfK Entertainment einen Streaming-Rekord für Deutschland aufstellte, lassen den Trend zur Rap-Musik andauern. Wenn schon Musikevent für die Gäste, dann Rap.

Samt: Ein Trend der Winter-/Frühjahrssaison ist laut den Do-it-yourself-Experten der Internetseite „DaWanda“ Samt – weil „gleichzeitig gemütlich, pompös und modern“. Der Trend zeige sich sowohl im Interieur (Kissen, Sesselbezüge) als auch bei Kleidung.

T-Shirts mit Slogan oder Statement: Politische, feministische oder ironische Botschaften erleben diesen Sommer auf Oberteilen angeblich ein Mode-Comeback. Warum nicht das Service-Personal mit Shirts ausstatten, auf denen freche Slogans des eigenen Hauses aufgedruckt sind?

Urban Luxury: Skatermarken wie Thrasher, Off-White oder Supreme sind laut „GQ“ für Männer weiterhin „so heiß wie die großen Labels“.

Verschönerung: Der sogenannte Hygge-Trend (Sehnsucht nach Komfort, Geborgenheit und Gebundensein) meint laut „DaWanda“ die Verschönerung und das Selbermachen gerade in den eigenen vier Wänden – zum Beispiel große, weiche Decken, in die man sich einwickeln kann.

Wild: Parallel zum Vegetarier- und Vegan-Trend scheinen Fleischesser eine neue Lust auf Vielfalt zu haben – selbst Burger-Bars haben nun öfter Rothirsch statt Rind im Hack. Und dazu gibt es oft lieber statt normaler Pommes mit Ketchup Süßkartoffelpommes mit Trüffelmayonnaise.

Yologamie: lustiges, aber wohl kaum geläufiges Wort aus dem Buch „100% Jugendsprache 2017“ von Langenscheidt: Mix aus Yolo (You Only Live Once) und Monogamie, also in Zeiten von Dating-Apps eine freiere Liebe, die Polygamie/Polyamorie und offene Beziehungen einschließt.

Zypern: Bei Kulturbeflissenen dürfte die Hafenstadt Paphos in Zypern zur angesagten Adresse werden. Sie ist neben dem dänischen Aarhuis Kulturhauptstadt Europas 2017.

(dpa/ph)

 

 

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