In-vitro-Fleisch

Wiesenhof-Chef fordert Freigabe für Fleisch aus der Petrischale

Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann fordert von der EU die Freigabe für den Verkauf von Fleisch aus der Petrischale. Sollte eine Ausweitung der Produktion möglich sein, kann er sich den Bau einer Fabrik für „Cultivated Meat“ in Deutschland vorstellen.

Mittwoch, 15.06.2022, 10:18 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Fleisch aus der Petrischale

Peter Wesjohann fordert die Freigabe des Verkaufs von Fleisch aus der Petrischale. (Foto: © ludariimago/stock.adobe.com)

Der Wiesenhof-Chef Peter Wesjohann fordert von der EU, den Verkauf von Fleisch aus der Petrischale freizugeben. Peter Wesjohann sagte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wenn da nicht etwas mehr Tempo in Brüssel gemacht wird, wird es am Ende so sein, dass die Genehmigung in den USA und in Asien zum Verkauf vorliegt und wir hier in Europa mal wieder zu spät dran sind.“ Der Wiesenhof-Mutterkonzern PHW ist an dem israelischen Unternehmen „Supermeat“ beteiligt. Das Start-up gewinnt Zellen aus Hühnereiern und züchtet daraus Fleisch.

Fleisch aus dem Drucker

Vorstandsvorsitzender Peter Wesjohann sagte, es sei „absolut denkbar“, dass er eine entsprechende Fabrik für „Cultivated Meat“ in Deutschland eröffnet, sollte eine Ausweitung der Produktion möglich sein. „Wir sind in Israel auch an einem Unternehmen beteiligt, das im 3D-Druck aktiv ist. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in der Fleischproduktion der Zukunft das Steak von so einem Gerät quasi ausgedruckt wird.“

Noch sei allerdings unklar, wann das Cultivated Meat marktreif sei und ausgedruckt wird. „Aber es wird kommen, und das sicher schneller, als wir denken.“ Europa müsse aufpassen, bei dieser technologischen Entwicklung nicht den Anschluss zu verlieren, weil die Bürokratie im Wege steht. „Da sollte die Bundesregierung auf EU-Ebene Druck machen“, sagt Peter Wesjohann.

(ots/SAKL)

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