Aktionsmonat

Veganuary 2026 macht Ernährungswandel in Mensen und Kantinen sichtbar

Vegane Rezepte auf einem Tablet
Im Veganuary wird in der Gemeinschaftsverpflegung sichtbar, wie sehr Essgewohnheiten im Wandel sind. (Foto: © Veganuary)
Vegane Speisen in Mensen sind längst nicht mehr wegzudenken. Gerade jetzt im Veganuary wird deutlich: Auch in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Betrieben wächst die Nachfrage nach pflanzlichen Angeboten – generationenübergreifend und quer durch die Bevölkerung.
Donnerstag, 15.01.2026, 15:40 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Von Hamburg bis München und von Dortmund bis Dresden – Studierendenwerke in ganz Deutschland beteiligen sich am veganen Januar, erweitern die pflanzliche Speisekarte und sorgen für Aktionen, die zum Ausprobieren einladen. 

In Halle ist der Speiseplan der Mensa Neuwerk im Januar komplett vegan. Gießen setzt unter anderem auf Verkostungsaktionen. Und Hannover lässt zum dritten Mal in Folge alle zehn Mensen über vier Wochen in einem Wettbewerb antreten: Die Mensa mit dem höchsten Verkaufsanstieg von veganen Gerichten gewinnt. Bereits im Veganuary 2025 erhöhte sich durch die Aktion der Anteil der verkauften pflanzlichen Gerichte um rund 10 bis 30 Prozent – in der Mensa, die schließlich gewann, erhöhte sich der Anteil um 31 Prozent auf 62 Prozent. 

Angebot und Nachfrage wachsen über den Veganuary hinaus, wie die gemeinnützige Organisation und Kampagne Veganuary feststellt. Ulrich Niggemeyer, der seit 30 Jahren in Paderborn für Studenten kocht, beobachtet eine langfristige Entwicklung in den Mensen: „Es hat sich viel geändert. Fleischgerichte werden immer weniger. Und das Vegane setzt sich immer mehr durch.“ 

Preisgestaltung entscheidend für nachhaltige Kaufentscheidungen

Wünsche und Forderungen für ein breiteres und preisgünstiges veganes Angebot kommen meist von den Studenten selbst, wie die Organisation Veganuary beobachtet – und die Studierendenwerke würden darauf reagieren.

„Gerade der Preis spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, nachhaltige Ernährungsgewohnheiten zu fördern“, betont Christopher Hollmann, der Veganuary Deutschland leitet. „Pflanzliche Alternativen günstiger anzubieten, ist nicht nur für Studenten ein entscheidender Anreiz.“ 

In Dresden wurde dieser Ansatz direkt in eine Veganuary-Aktion übersetzt: Dort ist das günstigste Gericht im Januar immer vegan.

Mit neuen Gerichten und Aktionen ebenfalls Teil des Veganuary sind unter anderem die Studierendenwerke Aachen, Bochum, Bodensee, Dortmund, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Köln, Leipzig, Magdeburg, München Oberbayern, Niederbayern/Oberpfalz, Rostock-Wismar und West-Brandenburg. 

Pflanzliche Gemeinschaftsverpflegung generationenübergreifend gefragt

Dass Großküchen immer pflanzlicher werden, ist laut Veganuary nicht nur ein Phänomen junger Generationen. Im Veganuary wird deutlich: Teilnehmende Cateringunternehmen nutzen die Kampagne gezielt, um in Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Industriebetrieben oder Bürokomplexen die wachsende Nachfrage zu bedienen – mit veganen Neukreationen, rein pflanzlichen Menü-Linien und erhöhter Sichtbarkeit pflanzlicher Optionen. 

Allein ein Cateringunternehmen wie Aramark bringt den Veganuary in rund 500 Restaurants in Deutschland. „Die Gemeinschaftsverpflegung erreicht täglich Hunderttausende Menschen unabhängig von Alter, Einkommen oder Ernährungsstil, erklärt Christopher Hollmann. „Wenn pflanzliche Gerichte dort selbstverständlich angeboten werden, hat das eine enorme Hebelwirkung. Was auf dem Speiseplan günstig und regelmäßig verfügbar ist, wird ausprobiert – und was schmeckt, wird zur Gewohnheit.“

Veganuary als kulinarischer Entwicklungsbooster

In den Geschmack pflanzlicher Angebote investieren Food Services seit Jahren und nehmen dabei den veganen Aktionsmonat als kulinarischen – und auch ökonomischen – Entwicklungstreiber ernst. Die Zeiten, als Pommes und Salatbuffet als veganes Mittagessen herhalten mussten, sind längst Geschichte, das Küchenpersonal entsprechend geschult:

Heute serviert Klüh Catering Szegediner Rüben und Sauerkrautragout mit Esskastanien und gebratenen Schupfnudeln, bei Kruschina steht Rote Bete Puffer in Maispanade mit gebackenen Süßkartoffeln und Kidneybohnen in Sauce Arrabiata auf der Speisekarte. Transgourmet setzt mit veganem Caesar-Salad mit pflanzlichen Garnelen auf Seafood-Aromen und die SV Group kreierte mit Rezeptentwickler Pascal Haag eigens zum Veganuary Gerichte wie Pastinaken-Risotto mit Pulled Mushrooms und Thymianbröseln. Dussmann weitet den Veganuary in diesem Jahr erstmals international aus: 2026 beteiligen sich neben Betriebsrestaurants in Deutschland auch Standorte in Österreich, Ungarn, Italien, Polen und Luxemburg. 

Wie wichtig Veganuary für die Branche ist, erklärt Barbara Schütgens, Leiterin Personal & Qualitätsmanagement der L&D GmbH: „Vegane Ernährung ist für uns weit mehr als eine kurzfristige Aktion. Sie ist ein wichtiger Impulsgeber für eine zukunftsorientierte Betriebsgastronomie, die Genuss, Verantwortung und Vielfalt miteinander verbindet. Der Veganuary hilft uns dabei, neue Wege sichtbar zu machen und unseren Gästen mit Leichtigkeit Zugang zu einer pflanzlichen Küche zu ermöglichen und so Neugier, Geschmack und Freude am Entdecken zu wecken.“ 

Über die Mittagspause hinaus: Workplace Challenge findet in allen Branchen statt

Die pflanzliche Ernährung ist auch über das Mittagessen hinaus ein Aktionsthema, das in Unternehmen, Sportvereinen, Kliniken und Stadtverwaltungen Anklang findet: Mit der Veganuary Workplace Challenge sind ganze Teams eingeladen, es im Januar vegan zu probieren. Koch-Events, gemeinsame Buffets, informative Vorträge oder praktische Workshops begleiten die Mitarbeiter dabei. 

Unter anderem nehmen teil: Allnatura, Bauck Mühle, der 1. FC Kaiserslautern, die Krankenkasse mkk, Commerzbank, Targobank, Deloitte, Denkwerk, Ritter Sport, Dr. Oetker, Metro, Globus sowie die Städte München, Tübingen und Reutlingen, die Kreisverwaltung Neuwied und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.

(Veganuary/SAKL)

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