Woher kommt das Essen?

Gastro-Umfrage: Sieben von zehn Betrieben beziehen Hühnerfleisch aus dem Ausland

28 Betriebe, darunter Supermarkt-Restaurants, Fast-Food-Ketten, Autobahnraststätten, wurden von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten angeschrieben und nach ihrem Angebot an tierischen Produkten und fleischlosen Gerichten befragt. Die Ergebnisse wurden nun aufbereitet.

Donnerstag, 11.05.2017, 10:29 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein
Hühner im Käfig

Herkunftsländer von Frischfleisch in der österreichischen Systemgastronomie (© Vier Pfoten)

Sehr aussagekräftig sind die Angaben vor allem beim Thema Geflügelfleisch. Das Fazit lautet: Gastro-Unternehmer beziehen Huhn und Pute sehr oft aus dem Ausland. Lediglich drei der Befragten gaben an, ausschließlich österreichisches Hendlfleisch zu verarbeiten. Das bedeutet laut Vier Pfoten, dass sich Konsumenten nicht sicher sein können, ob in Österreich geltende Tierschutzstandards eingehalten werden. „Viele Menschen essen also, ohne es zu wissen, Geflügel aus fragwürdiger Haltung“, fasst es Indra Kley, Leiterin des Österreich-Büros von Vier Pfoten, zusammen. „Das zeigt uns wieder einmal, wie wichtig eine umfassende Kennzeichnung auch bei der Außer-Haus-Verpflegung, besonders in der Gastronomie und in Großküchen, ist. Denn nur mit ausreichenden Informationen können Konsumenten bewusste Entscheidungen in Richtung Tierwohl treffen.“

Mit Fleisch aus dem Ausland, das oft billiger sei, würden österreichische Tierschutzstandards oftmals unterlaufen. Mit Ausnahme der Schweiz sei in allen Ländern die gesetzlich festgelegte Besatzdichte beim Geflügel höher als in Österreich, was sich natürlich negativ auf das Wohlergehen der Tiere auswirke.

Verpflichtende Herkunftsangaben gefordert
Die Gastronomie spielt bei der Ernährung der Österreicher eine immer wichtigere Rolle, immer mehr Menschen essen regelmäßig auswärts. Mehr als jedes zweite Hendl wird in Österreich bereits außer Haus konsumiert. Kley: „Bislang wehrt sich der Gastro-Sektor gegen eine Kennzeichnung der verwendeten Produkte. Wir sehen aber eindeutig, dass verpflichtende Angaben im Gegenteil mehr als gerechtfertigt sind.“

Erfreulicherweise geben laut Kley aber immer mehr Gastronomiebetriebe die Herkunft von tierischen Produkten im eigenen Interesse in Speisekarten oder auf ihren Websites an. „Damit haben sie die Zeichen der Zeit erkannt, denn Tierschutz ist den Österreichern einfach wichtig; es ist ihnen nicht egal, was sie essen.“

An der Umfrage teilgenommen haben McDonald’s, Merkur Restaurant, Radatz, Trzeniewski, Duran, Türkis, Vapiano, Spar Restaurant, Ikea, Starbucks und Wein&Co.. (CKR)

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