Gemeinschaftsverpflegung

Erneuter Streit um fleischloses Schulessen

Erneut ist ein Streit um verpflichtende fleischlose Gerichte in Schulkantinen entbrannt – diesmal in Frankreich: Der Landwirtschaftsminister spricht von einer „elitären Politik der Grünen“.

Montag, 22.02.2021, 13:53 Uhr, Autor: Thomas Hack
Ein Kind in einer Schulkantine

Sollte fleischloses Essen in einer Schulkantine verpflichtend sein? Diese Frage erhitzt in Frankreich derzeitig die Gemüter. (©Irina Schmidt/stock.adobe.com)

Erneut spaltet eine Dikussion um verpflichtende vegetarische Kost die Gemüter. So forderte nun der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie dieser Tage: „Lasst uns aufhören, unseren Kindern Ideologie auf den Teller zu legen!“ Man solle ihnen geben, was sie zum Wachsen brauchen. Dazu gehöre auch Fleisch. Der Hintergrund für diesen Post sind Pläne aus Lyon: Ab Montag soll es in den Schulkantinen dort nur noch ein Menü für alle geben, und zwar ohne Fleisch. Die städtische Beigeordnete für Bildung, Stéphanie Léger, erklärte, das Menü sei nicht vegetarisch – es enthalte etwa Fisch und Eier – und sei das einzige, das kein Kind ausschließe.

„Elitäre Politik der Grünen schließt das einfache Volk aus“

Dem Landwirtschaftsminister Denormandie zufolge soll sich nun der Präfekt der Region mit dem Fall befassen. Heftige Kritik an dem Vorhaben kam auch von Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin. Auf Twitter sprach er von einer skandalösen Ideologie: Die moralistische und elitäre Politik der Grünen schließe das einfache Volk aus und sei eine inakzeptable Beleidigung für Frankreichs Landwirte und Fleischer. Lyons Bürgermeister, Grégory Doucet, reagierte prompt und versicherte, die Maßnahme, nur ein Menü anzubieten, sei aus Hygienegründen getroffen worden. (dpa/TH)

 

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