Fleischersatz

Cellzero Meat: Millionenförderung für Laborfleischforschung

Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion – danach sucht ein Wissenschaftsverbund unter Federführung des Forschungsinstitutes für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern). Im Mittelpunkt des mit rund 1,2 Millionen Euro geförderten Projektes „Cellzero Meat“ steht das im Labor hergestellte zellbasierte Fleisch.

Montag, 09.01.2023, 13:12 Uhr, Autor: Sarah Kleinen
Fleisch im Labor

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Weltbevölkerung und den Herausforderungen durch den Klimawandel sucht ein Wissenschaftsverbund nach Alternativen zur konventionellen Fleischproduktion. (Foto: © Framestock/stock.adobe.com)

„Es gibt eine Reihe von ungelösten wissenschaftlichen Hürden, die eine Herstellung zellbasierter Fleischalternativen und damit auch die Entstehung eines Marktes bisher verzögert haben“, sagte Projektleiterin und FBN-Wissenschaftlerin Monika Röntgen am Montag. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, diese zu überwinden.“

Zu dem Forschungsverbund des bis Juni 2024 laufenden Projekts gehören das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald (MV), die Hochschule Anhalt in Bernburg (Sachsen-Anhalt) sowie die PAN-Biotech in Aidenbach (Bayern). Das FBN in Dummerstorf forscht seit 2018 unter Leitung von Röntgen zu zellbasiertem Fleisch. Die Fördermittel kommen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Interesse an zellbasiertem Fleisch nimmt zu

Die Forscher wollen Wissenslücken schließen, damit Fleisch aus dem Labor antibiotikafrei und tiergerecht hergestellt werden kann. „Im Fokus steht dabei, Alternativen für drei Hauptprobleme der zellbasierten Produktion von tierischem Protein zu finden und umzusetzen. Das betrifft den Einsatz von fötalem Kälberserum und Antibiotika in den für die Zellkultur genutzten Nährmedien sowie die Nutzung gentechnischer Verfahren“, sagte Röntgen.

Die Interesse an zellbasiertem Fleisch nehme zu. Zwar leiste die konventionelle Produktion von Fleisch mit landwirtschaftlichen Nutztieren einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit tierischem Protein. Sie stehe jedoch wegen negativer Effekte auf Umwelt und Klima sowie im Zusammenhang mit ethischen Aspekten und sich ändernden Essgewohnheiten in der Kritik.

(dpa/SAKL)

Weitere Themen