Ernährungspolitik

Berlin zieht Zwischenbilanz des kostenlosen Schüleressens

Das kostenlose Mittagessen für Berliner Schüler kommt laut Bildungssenatorin Scheeres gut an. Doch aus der Politik sind auch kritische Stimmen zu hören. 

Donnerstag, 08.08.2019, 11:00 Uhr, Autor: Thomas Hack
Eine Schul-Mensa

„Das Angebot des kostenlosen Schüleressens wird auf jeden Fall angenommen“, sagte SPD-Politikerin Sandra Scheeres beim Besuch der Martin-Niemöller-Grundschule in Hohenschönhausen. Seitens der CDU kommen kritischere Töne. (© Gerhard Seybert/BRN-Pixel/Fotolia)

Das neue kostenlose Schulmittagessen für bis zu 198.000 Berliner Grundschüler zeigt nach Angaben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres Wirkung: „Das Angebot wird auf jeden Fall angenommen“, sagte die SPD-Politikerin dieser Tage beim Besuch der Martin-Niemöller-Grundschule in Hohenschönhausen. Schon kurz nach Beginn des neuen Schuljahres werde deutlich, dass mehr Kinder als bisher in den Schulen zu Mittag essen. Jeden Tag kämen neue hinzu, so dass es für eine endgültige Bilanz noch zu früh sei. „An allen rund 370 Grundschulen wird es ein Mittagangebot geben“, unterstrich Scheeres. An fast allen Schulen seien Lösungen gefunden worden, teils auch für eine Übergangszeit. Lediglich an drei oder vier Schulen gebe es stärkere Probleme mit der Umsetzung. Hier seien zum Beispiel größere bauliche Veränderungen nötig. Vor diesem Hintergrund seien im Doppelhaushalt 2020/2021 rund 24 Millionen Euro für ein Sonderprogramm zum Bau von Mensen eingeplant.

Schulen müssen Zelte aufstellen

Der CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner sagte beim Besuch der Grundschule an der Wuhlheide, Schulen und Bezirke könnten das kostenfreie Schulessen nur „mit allergrößten Kraftanstrengungen“ umsetzen. „Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.“ In manchen Schulen seien Zelte aufgestellt worden, um Raum für das Mittagessen zu schaffen. „Diese Maßnahmen dürfen maximal kurzfristige Provisorien sein“, forderte Wegner. Ziel der neuen sozialpolitischen Maßnahme der rot-rot-grünen Koalition ist es, jedem Kind eine warme Mahlzeit am Tag zu ermöglichen. Das sei nicht in jeder Familie selbstverständlich, so Scheeres. Wichtig sei auch eine gute Qualität der Speisen. Bisher nahmen viele Kinder nicht am Mittag teil, weil ihre Eltern die Kosten von monatlich 37 Euro nicht stemmen konnten oder wollten. In beiden Schulen, die von Politikern besucht wurden, essen die Schüler ab 11.00 Uhr in Schichten. An der Niemöller-Grundschule nehmen nach Angaben von Schulleiterin Monika Rümpel im Moment 525 von 650 Schülern am Mittag teil. Im letzten Schuljahr waren es um die 300. (lbn/TH)

 

Zurück zur Startseite

Weitere Themen